Freitag, 17. Juni 2016

Verhängnisvolles Bier auf der Baustelle

Der Fall: Auf einer Baustelle hat ein Mitarbeiter des öfteren ein Bier getrunken, obwohl dir Firmenleitung schriftlich den Konsum von Alkohol verboten hatte. Allerdings hatte ihm sein Vorarbeiter zuvor das Bier genehmigt. Dir Firma hat den Mitarbeiter daraufhin entlassen, wogegen er einen Rekurs einreichte.

Wie die Gerichte entschieden:

Der Mitarbeiter argumentierte damit, dass ihm der Vorarbeiter den Alkoholkonsum erlaubt hatte. Er verwies auch darauf, dass sein Vorarbeiter – im Gegensatz zu ihm – nur gerügt, aber nicht gekündigt worden war.

Aus seiner Sicht war dadurch das Gleichheitsbehandlungsprinzip verletzt worden.

Das Berufungsgericht hat dem Antrag des Mitarbeiters stattgegeben und die Wiedereingliederung in die Arbeitsstelle verfügt.

Kürzlich hat sich der Oberste Gerichtshof in Rom mit dem Fall befasst:

Er hat das zweitinstanzliche Urteil revidiert und die Kündigung als rechtens erachtet (Urteil Nr. 14251/2015).

Die Höchstrichter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Mitarbeiter den Vorgaben des Arbeitsgebers offensichtlich nicht Folge geleistet habe.

Was den Vorarbeiter angeht, kann man dem Höchstgericht zufolge auch nicht von einer unzulässigen Bevorteilung seitens des Arbeitgebers sprechen. Der entlassene Mitarbeiter könne nicht behaupten, ungerecht behandelt worden zu sein.

Denn nach Auffassung des Kassationsgerichtshofes wäre das Verhalten des Arbeitgebers nur dann zu rügen gewesen, wenn er bei zwei identischen Vergehen die Beschäftigten offensichtlich unterschiedlich behandelt hätte.

Im vorliegenden Fall waren die Vergehen aber nur ähnlich.

Rechtsanwaltskanzlei Dr. Markus Wenter

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stol