Donnerstag, 17. August 2017

Verstärkung am Brenner: Italien schäumt

Keine Panzer, kein Aufmarsch an Soldaten, sondern eine Verstärkung bei Zug- und Schwerpunktkontrollen in Nordtirol: Das hatten Landespolizeidirektor Helmut Tomac und Tirols Militärkommandant Herbert Bauer am Mittwoch versprochen. Im italienischen Innenministerium ist man dennoch nicht erfreut.

Innenminister Marco Minniti ist über die Verstärkung der Soldaten am Brenner nicht erfreut.
Innenminister Marco Minniti ist über die Verstärkung der Soldaten am Brenner nicht erfreut. - Foto: © LaPresse

Die Lage am Brenner sei zwar stabil, doch im Juli habe es einen hohen Anstieg der Aufgriffe bei Güterzügen gegeben, hatte Tomac bei einer Pressekonferenz in Innsbruck erklärt (STOL hat berichtet).

Mithilfe von 70 Soldaten des Bundesheeres solle sowohl die Intensität, als auch die Qualität der Kontrollen erhöht werden. Zunächst solle das Bundesheer bei Kontrollen der Güterzüge und bei der Streifentätigkeit auf der Autobahn unterstützen. Eine Anpassung der Befugnisse der Soldaten sei jedoch möglich.

„Überraschend und nicht gerechtfertigt“

Im italienischen Innenministerium ist man nicht erfreut: Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtet, habe man sich „vom kriegerischen Ton der vergangenen Wochen, in denen man tatsächlich noch von Panzern am Brenner gesprochen hatte“, abgekehrt, dennoch empfinde Italien die Entscheidung als „überraschend und ungerechtfertigt“.

Die Lage am Brenner sei in den vergangenen 7 Monaten absolut ruhig gewesen, so das Innenministerium.

Vielmehr hätten italienische Sicherheitsbehörden „an der italienisch-österreichischen Grenze in den ersten 7 Monaten des heurigen Jahres verhindert, dass rund 1200 Flüchtlinge von Österreich nach Italien einreisen. Das als Gegenbeweis, wonach so viele Flüchtlinge von Italien nach Österreich wollten“, heißt es aus dem Viminal-Palast.

Nun hat Innenminister Marco Minniti der italienischen Staatspolizei den Auftrag gegeben, sich mit den österreichischen Kollegen auszutauschen, denn „einseitige Initiativen wie diese gefährden die positive Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, wie sie bis jetzt stattgefunden hat“, so Minniti.

stol/apa

stol