Dienstag, 05. April 2016

Verwaltung im Wandel

Die Südtiroler Landesverwaltung ist breit gefächert. Von der Berufsfeuerwehr bis zu den Berufsschulen. Diese Vielfalt ist herausfordernd. Darüber und über die laufenden Reformen sprach der Generaldirektor der Südtiroler Landesverwaltung Dr. Hanspeter Staffler bei einem Treffen mit dem Landesvorstand der Frauen im Südtiroler Handwerk.

Generaldirektor Staffler stellt die aktuellen Entwicklungen dar (ganz rechts: LVH-Landesfrauenvorsitzende Marlies Dabringer) (Foto: Josef Bernhart/EURAC)
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Generaldirektor Staffler stellt die aktuellen Entwicklungen dar (ganz rechts: LVH-Landesfrauenvorsitzende Marlies Dabringer) (Foto: Josef Bernhart/EURAC)

Das Wort „Verwalten“ heißt eigentlich „sorgen für“, was positiv ist. Tatsache ist aber auch, dass man heute mit Verwalten immer etwas Negatives verbindet. Man denkt an übermäßige Bürokratie und dergleichen. Aber auch in privaten Unternehmen gibt es Verwaltungsbereiche, die den Betrieb unterstützen. Wenn man Verwalten so versteht, muss am Ende immer ein Mehrwert stehen.

In der öffentlichen Verwaltung geht es um den Mehrwert für die Gesellschaft, das Gemeinwohl. Wichtig ist, dass sich die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst sind und sich regelmäßig austauschen. Politische Faktoren, das ökonomische Umfeld und der gesellschaftliche Umbruch haben Auswirkungen sowohl auf die Verwaltung als auch auf die Unternehmen. Aktuelles Beispiel sind die neuen Technologien.

Insgesamt ist die öffentliche Verwaltung, insbesondere die Südtiroler Landesverwaltung sehr vielfältig. An die 2.000 Empfänger von Förderungen gibt es jährlich im Bereich Handel, Industrie und Handwerk, 75.000 für  das Familien- und Pflegegeld. Über 180.000 Personen haben den Südtirol Pass.

Dabei fing alles bescheiden an. In den 1970er Jahren verfügte die Südtiroler Landesverwaltung noch über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute sind es 12.000 Landesbedienstete im engeren Sinne, davon 62,5% im Bereich Bildung, die für die Leistungsangebot der Autonomen Provinz Bozen sorgen. Das Landesbudget beträgt über fünf Milliarden Euro. Der durchschnittliche Landesbeamte ist 46 Jahre alt. Die überwiegende Mehrheit sind Frauen, nur 30% Männer. Zukunftsorientierung, Bürgerorientierung, Qualität und Mitarbeiterorientierung sind die Werte, die heute das Leitbild der Südtiroler Landesverwaltung prägen. Im Zentrum steht das „Erfüllen der Autonomie“, ein Wert, der historisch bedeutsam und gewachsen ist.

Wie moderne Betriebe, so nutzt auch die Südtiroler Landesverwaltung innovative Führungsinstrumente. Dazu zählen der sogenannte Performance Plan mit 1.500 erfassten Leistungen (z.B. Förderung im Handwerk). Jede Leistung muss einem strategischen Ziel oder Entwicklungsschwerpunkt dienen, ansonsten wird sie in Frage gestellt. In Bezug auf Personal, Transparenz und neue Führungsstrukturen gibt es gesetzliche Neuerungen, 79% der Bürgerinnen und Bürger sind mit den Leistungen der Landesverwaltung zufrieden. Angeregt werden durchgängige Öffnungszeiten und gearbeitet an einer strategischen Personalentwicklung vor allem für Führungskräfte und der Errichtung eines Bürgerschalters.

EURAC, Bozen

stol