Freitag, 09. September 2016

Vinschgerinnen mit Irmgard Griss im Gespräch

Kürzlich war es soweit. EURAC-Präsident Prof. Roland Psenner begrüßte an die 90 vor allem weibliche Teilnehmer, davon einige aus dem Vinschgau. Und eine besondere Frau: Dr. Irmgard Griss, ehemalige Präsidentschaftskandidatin in Österreich. Der Diskussionsabend war spannend und informativ.

Vinschger Delegation (mit Prof. Roland Psenner und Irmgard Griss, 2.u.7.v.l.) beim Diskussionsevent mit Irmgard Griss in Bozen (Foto: EURAC/Ingrid Heiss)
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Vinschger Delegation (mit Prof. Roland Psenner und Irmgard Griss, 2.u.7.v.l.) beim Diskussionsevent mit Irmgard Griss in Bozen (Foto: EURAC/Ingrid Heiss)

Exakt 21 Punkte hat Irmgard Griss als Präsidentschaftskandidatin vorgeschlagen. Für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das EURAC-Institut für Public Management kennt die Themen, beschäftigt man sich doch seit Jahren auch hierzulande mit mehr Transparenz in der öffentlichen Verwaltung, Verwaltungsreformen, einfacheren Gesetzen und autonomeren Schulen.

Doch nicht nur das war der Grund, Irmgard Griss nach Bozen einzuladen. Nach mehreren Managementseminaren der EURAC für Südtirols Frauen in der Gemeindepolitik hatten eben diese Frauen den Wunsch, sich erneut zu treffen und auszutauschen. Am besten bei einer Diskussionsveranstaltung mit Frauen, die etwas zu erzählen haben. Irmgard Griss ist zweifelsohne eine solche Frau. Aufgewachsen in der Steiermark auf einem Bauernhof, Absolventin der Rechtswissenschaften der Universität Graz und erste Österreicherin mit einem Stipendium an der Harvard Law School. Danach Richterin und von 2007 bis 2011 erste Präsidentin des Obersten Gerichtshofes in Österreich.

Bekannt geworden als Leiterin der Hypo-Untersuchungskommission, konsequent, durchsetzungskräftig und unbeirrbar von äußeren Einflüssen, wie sie in Gesichtskreisen beschrieben wird. Mutter von fünf Kindern und einzige Frau bei den Wahlen um das Amt des Österreichischen Bundespräsidenten. Aus dem Stand und ohne Partei knapp 19 Prozent erreicht, kaum weniger als Alexander Van der Bellen, der in Kürze erneut gegen Norbert Hofer antritt.

Sie habe die Kandidatur alleine entschieden und ihre Familie immer unterstützt. Von Ehemann Gunter Griss stammt das Zitat: „Ich bringe ein Opfer für die Allgemeinheit. Manchmal muss man das eben.“ Irmgard Griss gilt als Merkel-Bewunderin, aber auch als Realistin in Bezug auf die Flüchtlingsfrage. Ob sie zukünftig in der Bundespolitik mitmachen möchte, blieb zwar unbeantwortet, aber ein Thema.

Zur Diskussionsveranstaltung „Mit Irmgard Griss im Gespräch“ am 7. September 2016 an der EURAC war auch eine starke Delegation von interessierten Frauen und Männern aus dem Vinschgau nach Bozen gekommen. Josef Bernhart, selbst Vinschger aus Morter und stellvertretender Leiter des EURAC-Institutes für Public Management hatte den Kontakt zu Frau Griss hergestellt und die Veranstaltung moderiert.

Kooperationspartner waren die Frauen im Katholischen Verband der Werktätigen (KVW), der Landesbeirat für Chancengleichheit mit dem Frauenbüro des Landes Südtirol sowie die Tiroler Versicherung, die die EURAC-Veranstaltungsreihe „Frauen in Führungspositionen“ von Anfang an finanziell unterstützt.

Quelle: EURAC-Institut für Public Management

Josef Bernhart, Bozen

stol