Mittwoch, 22. August 2018

Vogelpflegezentrum in Dorf Tirol feiert 20. Geburtstag

Schloss Tirol, die Wiege der gleichnamigen Grafschaft und langjährige Residenz der Landesfürsten, beherbergt seit 2003 ein Landesmuseum – und erfreut sich großer Beliebtheit. Ein nicht minder interessanter Anziehungspunkt findet sich etwas unterhalb am Burghügel: Vor genau 20 Jahren eröffneten Florian Gamper und Willy Campei dort ein Pflegezentrum für Vogelfauna.

Florian Gamper und Willy Campei mit zwei ihrer Schützlinge. - Foto: Pflegezentrum für Vogelfauna
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Florian Gamper und Willy Campei mit zwei ihrer Schützlinge. - Foto: Pflegezentrum für Vogelfauna

20 Kerzen brennen in diesen Tagen am Geburtstagskuchen des Pflegezentrums für Vogelfauna in Dorf Tirol bei Meran: Die Vogelexperten Florian Gamper aus Partschins und Willy Campei aus Uttenheim setzten dort 1998 eine Idee um, die auch heute noch begeistert. Mit beeindruckenden Flugvorführungen finanzieren sie den Vogelschutz – verletzte Tiere werden gesund gepflegt und dann in die freie Wildbahn entlassen.

Majestätische Greifvögel hautnah erleben

Adler, Geier, Falken, Eulen und Bussarde: Seit zwei Jahrzehnten kreisen Tag für Tag, immer ab 11.15 und 15.15 Uhr, verschiedene imposante Greifvögel majestätisch über den Meraner Talkessel. Dann findet im Pflegezentrum eine abwechslungsreiche Flugschau statt, der Kinder ebenso begeistert wie Erwachsene folgen. Die privat betriebene Vogelstation ist beliebter Anziehungspunkt für Einheimische und für Gäste.

Hilflose Vögel gesund pflegen ist Hauptaufgabe

Diese Vorführungen sind gleichzeitig Magnet und Standbein. Denn: Eigentlich hat sich das Zentrum zur Aufgabe gemacht, hilflos aufgefundene Wildvögel gesund zu pflegen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die warme Jahreszeit, in der optimale thermische Bedingungen für die spektakuläre Flugschau herrschen. Hierzu braucht es deutlich mehr Einsatz – nämlich während des ganzen Jahres: und zwar Tag und Nacht.

Pro Jahr werden stets an die 250 verletzte Vögel ins Zentrum gebracht – die meisten Patienten können, nach der Pflege, wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. Die Auswilderungsrate liegt mit über 70 Prozent weit über dem europäischen Durchschnitt. Auch im wissenschaftlichen Bereich hat sich die private Einrichtung mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus als Kompetenzzentrum einen Namen gemacht.

300 Meter langer Lehrpfad

Die Besucher, darunter immer wieder viele Schulklassen, erwartet in der Pflegestation auch ein 300 Meter langer Lehrpfad, der an zahlreichen Volieren und Schautafeln vorbeiführt: Informiert wird, in fünf Sprachen, über die heimische Vogelfauna und die ortstypische Flora. Finanziert wird das 9000 Quadratmeter große Pflegezentrum u.a. auch durch einige Sponsoren, durch Vogel-Patenschaften und durch Spenden an den Förderverein.

stol

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