<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Hier fünf Tipps, die Ihnen dabei helfen können, Fehler in einem anderen Licht zu sehen und vielleicht sogar einen Nutzen daraus zu ziehen.<BR /><BR /><b>1. Erst durchatmen, dann urteilen:</b> Wenn etwas schiefgeht, reagieren wir häufig spontan. Wir ärgern uns und malen uns bereits aus, welche Folgen der Fehler haben könnte. In diesem Zustand fällt es schwer, die Situation sachlich einzuschätzen. Nehmen Sie sich deshalb bewusst einen Moment Zeit, bevor Sie sich selbst verurteilen. Atmen Sie ein paar Mal tief durch oder gehen Sie ein paar Schritte. So werden Sie Ihren Ärger zwar nicht los, aber Sie sorgen dafür, dass er nicht alleine darüber entscheidet, wie Sie die Situation einschätzen. <BR /><BR /><b>2. Beschreiben, anstatt abzuwerten:</b> Machen Sie aus einem Fehler keine Charaktereigenschaft. Anstatt zu sagen „Ich bin einfach unfähig“, bleiben Sie bei den objektiv nachvollziehbaren Tatsachen: beispielsweise „Ich habe mich unzureichend vorbereitet“ oder „Ich habe in diesem Gespräch zu schnell reagiert“. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber einen entscheidenden Unterschied. Während Sie sich mit einem pauschalen Urteil selbst in eine Sackgasse manövrieren, können Sie an einem konkreten Verhalten etwas verändern. <BR /><BR /><b>3. Den Lernmoment verstehen:</b> Nicht jeder Fehler liefert sofort eine wertvolle Erkenntnis. Manchmal müssen wir erst etwas Abstand gewinnen, um zu verstehen, was passiert ist. Hilfreich ist dann eine einfache Frage: Was weiß ich jetzt, was ich vorher nicht wusste? Vielleicht haben Sie eine Situation falsch eingeschätzt, eine wichtige Information übersehen oder eine Vorgehensweise gewählt, die sich nicht bewährt hat. Halten Sie die wichtigste Erkenntnis in einem Satz fest. So haben Sie etwas in der Hand, auf das Sie künftig tatsächlich zurückgreifen können.<BR /><BR /><b>4. Einen konkreten Schritt ausmachen:</b> Eine Erkenntnis allein verändert noch nichts. Erst wenn wir daraus eine Handlung ableiten, kann etwas Neues entstehen. Überlegen Sie deshalb: Was mache ich beim nächsten Mal anders? Bereiten Sie sich auf ein schwieriges Gespräch anders vor, holen Sie bei einer wichtigen Entscheidung eine zusätzliche Meinung ein oder planen Sie für eine Aufgabe mehr Zeit ein. Es braucht keine umfassende Veränderung. Ein einziger sinnvoller Schritt genügt, um aus einem Fehler eine praktische Lernerfahrung zu machen.<BR /><BR /><b>5. Auch das Gute sehen:</b> Unser Gedächtnis hat eine besondere Vorliebe für das, was schiefgegangen ist. Umso wichtiger ist es, auch das Positive bewusst wahrzunehmen. Erinnern Sie sich regelmäßig an Situationen, die Sie gut gemeistert haben, und führen Sie sich vor Augen, welche Fähigkeiten Ihnen dabei geholfen haben. Wer auch gelungene Erfahrungen bewusst betrachtet, entwickelt ein realistischeres Bild der eigenen Möglichkeiten und sorgt dafür, dass Fehler nach und nach ihren Schrecken verlieren.