Armin lebt – und das grenzt an ein Wunder. Der junge Wipptaler erkrankte mit 33 Jahren an Krebs, und gleich mehrmals rang er mit dem Tod. Seine Lebensgeschichte hat Armin geprägt. Und heute ist er vor allem eines: Glücklich. <BR /><Apotheke></Apotheke><BR />Frühjahr 2017: Ein ganz normaler Tag im Leben des 33-jährigen Armin: Der Wipptaler ist im Fitnessstudio, als sein durchtrainierter Körper plötzlich streikt. „Ich war wie paralysiert, gelähmt, erstarrt“, ein für mich damals unerklärlicher Zustand, erinnert er sich heute. <BR /><BR />Wenige Tage später eine plötzliche Lähmung des Unterkiefers: „Als Sportler dachte ich an eine Verspannung, an nichts Schlimmes“. Trotzdem ging er ins Krankenhaus, ließ sich untersuchen, dann der Schock: „Mein Knochenmark war voller Krebszellen.“ Am 17. Mai 2017 schließlich die Diagnose: Burkitt-Lymphom, eine aggressive Form der Leukämie. <BR /><BR /><b>Der steinige Weg zurück ins Leben</b><BR /><BR />Danach sei alles ganz schnell gegangen, erzählt Armin. „Es gab keine Zeit zu verlieren.“ Im Krankenhaus Bozen wusste er sich in guten Händen: „Mein Held ist das Team der hämatologischen Abteilung des Krankenhauses Bozen und Dr. Marco Casini, der damals in der Abteilung für die Knochenmarktransplantation zuständig war.“ <BR /><BR />Heute, 7 Jahre nach Ausbruch der Krankheit, spricht Armin über die Zeit von damals. Es ist ein warmer Nachmittag im April, die Frühlingssonne entfaltet ihre volle Kraft. Ihm gehe es nicht darum, Aufmerksamkeit zu erregen, sondern „den Menschen zu zeigen, wie wichtig es ist, Blut und Knochenmark zu spenden“. Armin selbst engagiert sich in der ADMO (Vereinigung der Knochenmarkspender) und in der AIL (Nationale Vereinigung gegen Leukämie). Beide arbeiten mit AVIS, der Vereinigung freiwilliger Blutspender, zusammen. Die Blutspendervereinigung AVIS hält am heutigen Samstag in Sterzing ihre Landesversammlung. <BR /><BR />Man kann nur erahnen, welch steiniger Weg hinter Armin liegt – und mit welcher Willenskraft er ihn gegangen ist: Armin lebt. Und das grenzt an ein Wunder. 6 Zyklen an Chemotherapie liegen hinter ihm. 6 Monate hat er auf der Intensivstation verbracht, Freundschaften entstanden, Begegnungen, die für immer bleiben. Nicht alle Freunde überlebten den Krebs. Tränen schießen Armin in die Augen, wenn er an sie denkt. <BR /><BR /><b>„Meine Überlebenschance lag bei 15 Prozent“</b><BR /><BR />„Nach dem dritten Zyklus war ich krebszellenfrei, mir wurden gesunde Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen – für den Fall, dass der Krebs zurückkommt.“ Es ist Ende 2017, ein Aufatmen. Die Leukämie scheint besiegt. Doch es sollte anders kommen: Nur wenige Wochen später kehrt die Krankheit zurück. Es passiert etwas, das auch für die Ärzte völlig unerwartet ist.<BR /><BR />„Das Knochenmark war frei von Krebszellen, aber meine Gehirnflüssigkeit hingegen voll davon. Das war einer der schwersten Momente. Auch für das Ärzteteam. Meine Überlebenschance lag bei 15 Prozent“, erinnert sich Armin. „Wie sagt man das seiner Mutter?“ Und ja, in solchen Momenten sei man trotz aller Unterstützung von außen „mit sich allein“, sagt er heute. <BR /><BR />Mit aller Kraft kämpfte sich der junge Mann zurück ins Leben. Das Ärzteteam tauschte sich mit Spezialisten aus Hamburg und Vancouver aus. Ihm wird das Ommaya-Reservoir eingesetzt, ein Kathetersystem, das für die lokale Chemotherapie im Kopf entwickelt wurde. „Von dort wurde mir die Substanz direkt ins Gehirn gespritzt. Die erste Dosis war so stark, dass ich dachte, ich würde sterben. Die zweite Injektion habe ich dann besser vertragen“, erzählt er. Jetzt kam das Knochenmark ins Spiel: „Ich brauchte eine Knochenmarkspende und wurde auf die entsprechende Liste gesetzt“. Armins Leben hing an einem seidenen Faden. <BR /><BR /><b>„Der Schmerz verändert dich für immer“</b><BR /><BR /> Die Ärzte entschieden sich für die Transplantation seiner eigenen gesunden Stammzellen, die ihm vor Monaten entnommen worden waren. Hätte das nicht funktioniert, hätte er nur noch auf eine Spende hoffen können. Der Eingriff erfolgte am 22. Jänner 2018. „Es ist mein zweiter Geburtstag, die Transplantation ist geglückt.“<BR /><BR /><b>Was wirklich zählt</b><BR /><BR />Heute geht es Armin gut. Doch die Krankheit hat sein Leben für immer verändert: Nicht der körperliche Schmerz – den kennt er nur zu gut –, sondern der „Schmerz tief in dir macht dich stark, hilft dir zu wachsen“. Trotz allem blickt er heute mit großer Dankbarkeit zurück, er lebt. Und was macht ihn glücklich? Armin schaut in den Frühlingshimmel: „Das Leben selbst – und anderen zu helfen. Aber das sollte doch für uns Menschen selbstverständlich sein, oder?“