Im Vergleich zu manch anderem Dreitausender der Ötztaler Alpen ist der nordöstlich hoch über Kurzras im Schnalstal befindliche Berg, der in Karten und Schrifttum als „Hintereis“, „Hinteres Eis“ oder „Im Hinteren Eis“ verzeichnet ist, zwar wenig markant, aber die leichte Ersteigbarkeit macht ihn trotzdem zu einem beliebten Tourenziel.<h3> Ehemaliger Gletscher</h3>Der Name des Berges stammt aus der Zeit, als dieser noch vergletschert war. Doch hat sich das Eis schon längst zurückgezogen, und im Sommer hält sich höchstens noch das eine oder andere Schneefeld. <BR /><BR />Als Rast- oder Stützpunkt für die über Felsschrofen und Blockwerk führende Besteigung dient das Schutzhaus Schöne Aussicht am Hochjoch, dem uralten und besonders auch für den Schaftrieb vom Vinschgau nach Vent im Ötztal bekannten Übergang am Südfuß unseres Berges.<BR /><BR /> Bereits 1890 erbaute hier der Gastwirt Serafin Gurschler aus Kurzras einen ersten Ausschank als Vorläufer des heutigen Schutzhauses, und um 1975 begann mit der Errichtung der Seilbahn auf die gegenüberliegende, über 3200 Meter hohe Grawand die Erschließung des Gebietes für den Skilauf. <h3> Mit Seilbahn und Sessellift zur Schutzhütte</h3> Von der Bergstation der Seilbahn wäre das Schutzhaus in einstündigem Abstieg erreichbar, doch bis Weihnachten ist die Bahn außer Betrieb. Eine Alternative dazu bietet die bis zur Teufelsegghütte in 2543 m Höhe führende Sesselbahn „Roter Kofel“. Doch da diese nur noch bis zum 10. September verkehrt, beschreibe ich hier den gesamten klassischen Hüttenweg, der uns von Kurzras durch Nadelwald, alpinen Rasen und felsiges Gelände mäßig ansteigend zum Schutzhaus führt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="931834_image" /></div> <BR />Wer eine lange An- und Rückreise zu bewältigen hat, wird im Schutzhaus nächtigen, doch die insgesamt rund siebenstündige Tour ist von ausdauernden Gehern auch in einem Tag zu bewältigen. Ob so oder so – das Hintere Eis ist in jedem Fall ein besuchenswerter Gipfel inmitten einer nach wie vor noch relativ stark vergletscherten Hochgebirgswelt. <BR /><h3> Der Hintereisferner</h3><BR />Haben uns beim Aufstieg im Rückblick auf der Südseite die Gletscher im Bereich der Finailspitze und Grawand beeindruckt, so tut es am Gipfel ganz besonders der nordseitige, von der Weißkugel gegen das innere Ötztal hinabziehende Hintereisferner. Zwar ist auch er seit dem letzten Vorstoß um 1850 wesentlich kleiner geworden, doch weist er immer noch die beeindruckende Länge von nahezu 7 Kilometern auf und ist damit einer der längsten Talgletscher der Ostalpen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="931837_image" /></div> <BR />DIE TOUR IM ÜBERBLICK<BR /><BR />Wegverlauf: Anfahrt durch das bei Naturns im unteren Vinschgau abzweigende Schnalstal bis nach Kurzras im Talschluss (2011 m). Von dort zu Fuß mit Markierung 3 auf dem Hüttenweg zuerst durch Wald und dann durch die baumfreien Berghänge hinauf zu einem flachen Boden und großteils mäßig ansteigend durch das zunehmend felsiger werdende Steilgelände weiter zum Schutzhaus Schöne Aussicht (2842 m; ab Kurzras 2 <EinHalb></EinHalb> Std.; Voranmeldung bei Nächtigungsabsicht!). - Vom Schutzhaus dem Wegweiser „Hintereis“ folgend auf markiertem Pfad über felsiges Gelände mittelsteil empor zu einer flachen Kuppe, über Blockwerk teils mäßig, teils mittelsteil weiter zum Westgrat des Berges und rechts kurz zum höchsten Punkt (3269 m, ab Hütte 1 <EinHalb></EinHalb> Std.). - <Gotham_Bold>Abstieg:</Gotham_Bold> wie Aufstieg, 3 Std. <BR /><BR /><Gotham_Bold>Höhenunterschied:</Gotham_Bold> 1258 m <BR /><BR /><Gotham_Bold>Gesamtgehzeit:</Gotham_Bold> 7 Std. <BR /><BR /><Gotham_Bold>Orientierung und Schwierigkeit:</Gotham_Bold> Bei guten Verhältnissen nicht schwierig, aber Bergerfahrung und Gehtüchtigkeit notwendig<BR /><BR /><BR />