Montag, 03. Oktober 2016

Von Lichtblicken und Schattenspielen

Raumklima, Einrichtung – und die Beleuchtung: Das perfekte Zusammenspiel macht die eigenen vier Wände zum schönsten Wellnessbereich. LED-Lampen schaffen hier ganz neue Möglichkeiten.

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Das heißt es in einem alten Sprichwort –  und muss längst nicht   negativ interpretiert werden. Denn  genau dieses Zusammenspiel von Licht und Schatten verleiht  einem Raum, einer Wohnung oder  einem Gelände Struktur. Wie man das gezielt einsetzt, das wissen Beleuchtungsexperten – und sich diesbezüglich Rat und Tat zu holen, ist beim  Neubau oder der Renovierung der eigenen vier Wände mit Sicherheit die richtige Entscheidung.

Entscheidend für das  Wohlbefinden  

Je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit entfaltet das Licht eine völlig andere Wirkung. Indirekte Leuchten beispielsweise schaffen ein weiches Wohlfühllicht; ein Arbeitsplatz hingegen benötigt ein  helles, fokussiertes Licht. 

Um das Beste aus einem Raum herauszuholen, sollte also  die Beleuchtung gut geplant sein. Zudem erspart eine solche gründliche Planung etwaige spätere Enttäuschungen und kostspielige Nachbesserungen. Das beginnt schon bei den Anschlüssen der Leuchtkörper: Denn nur bei fachgerechter  Planung befinden sind die Steckdosen und Stromanschlüsse genau dort, wo sie später gebraucht werden. Das vermeidet   außerdem hässliche Verlängerungskabel, die quer durchs Wohnzimmer oder beispielsweise entlang einer Wand im Flur führen.

Für Behaglichkeit sorgt abgesehen von der Positionierung der Leuchtkörper  ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kontrastarmer und kontrastreicher Beleuchtung. Das funktioniert am besten durch eine Mischung aus drei verschiedenen Lichtquellen: Hintergrundbeleuchtung, Akzentlicht und Arbeitsbeleuchtung.

Hier gilt es Folgendes zu berücksichtigen: Für die Hintergrundbeleuchtung eines gesamten Raumes wählen Sie am besten eine Deckenleuchte, einen an der Wand montierten Strahler oder einen Deckenfluter. Akzentlicht hingegen lässt sich punktuell mit Strahlern und Dekoleuchten setzen.  Auch die Arbeitsbeleuchtung sollte „zielgenau“ – und zwar kontrastreich auf den Arbeitsplatz fokussiert werden. Das schafft klare Verhältnisse und steigert  die Konzentrationsfähigkeit.

Die Wahl der Leuchtkörper will insofern ebenfalls gut geplant sein. Glühbirnen sind längst ein Anachronismus, Energiesparlampen auch nicht immer die idealen Lösungen – vor allem wenn es darum geht, die Raumstruktur zu gestalten.

Die bessere Lösung sind diesbezüglich LED-Lampen (Englisch für light-emitting diode, auf Deutsch lichtemittierende Diode).  Diese sind langlebig, haltbar, effizient und schadstoffarm. Während die gute alte 60-Watt-Glühbirne mit jedem Watt, das sie aus dem Stromnetz saugt, nur 12 Lumen an Licht erzeugt, bieten LEDs mit rund 60 bis über 100 Lumen pro Watt die fünffache bis zehnfache Lichtausbeute. Es gibt also gute Gründe, sich dafür zu entscheiden –  zumal LED-Lampen nach dem Einschalten sofort mit voller Leuchtkraft strahlen. Selbst bei Minusgraden über der Eingangstür oder an der Decke des beheizten Kaminzimmers können LED-Lampen platziert werden.

Das hat technische Gründe: Während in der herkömmlichen Glühbirne ein gewundener Metallfaden leuchtet, funktioniert eine LED anders. Eine LED ist ein elektrisches Bauelement, in dem sich ein kleiner Kristall befindet, der durch Strom zum Leuchten angeregt wird. Dabei kann eine LED bis zu 30 Prozent des Stroms in Licht umwandeln. Welche Lichtfarbe eine LED ausstrahlt, hängt vom verwendeten Kristall im Innern ab. Für weißes Licht im Wohnbereich wird eine blau leuchtende LED benutzt, die mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff letztendlich weißes Licht abstrahlt.

Ganz neu: LED-Steuerung per APP

Es gibt mittlerweile sogar LED-Lampen und LED-Leuchten, deren Helligkeit und Farbe des Lichts sich  per Smartphone und Tablet-PC  einstellen lassen. Über eigene Apps (sowohl für Apples iOS-, als auch für Android-Geräte) können so individuelle oder automatische Beleuchtungsszenarien aufgerufen werden.    

Die perfekte Lichtplanung: So geht's

Planen Sie möglichst viele Steckdosen! Denn Kunstlicht braucht mehr Anschlussmöglichkeiten als  andere Beleuchtungen. Bei Renovierungen  empfehlen sich also ein  paar Steckdosen bzw. Leitungen mehr als die  bereits vorhandenen verlegen zu lassen.

Schaffen Sie Lichtinseln und setzen Sie Lichtakzente! Ein Raum braucht Struktur, also auch in der Beleuchtung. Lichtakzente können dabei bestimmte Raumteile inszenieren – etwa als Leseecke oder schattige Rückzugsmöglichkeit. Bestimmte Lichtakzente sollten auch bei Bedarf an- oder ausgeschaltet werden können.

Schirmen Sie die Leuchmittel ab!  Ein Spot sollte nie frontal auf die Augen strahlen. Ganz besonders empfiehlt sich das übrigens bei den gewendelten Energiesparlampen. Diese können ihre  Leuchtkraft sogar erst unter einem Schirm vollends entfalten.

Die richtige Energiesparlampe macht’s! Faustregel: Die 11-Watt-Lampe entspricht einer alten 60-Watt-Glühbirne,   die 20-Watt-Lampe    einer 100-Watt-Glühbirne. Wenn es etwas stimmungsvoller sein soll, dann wählen sie die Tönung „warm-weiß“ .

Punktförmiges Licht mit Halogen oder LED! So setzen Sie die angesprochenen Akzente. Wo allerdings das Licht länger anbleibt – Küche, Arbeitszimmer, Flur  –  da tun es auch Energiesparlampen.

Vergessen Sie den Außenbereich nicht! Ob stimmungsvoller Abend zu zweit oder mit der Arbeit auf den Balkon – die richtige Beleuchtung sollte auch hier nicht fehlen.

Bewegungssensoren – eine feine Sache! Auch in Flur, Stiegenhaus oder Bad. So müssen nächstens weder die Bewohner, noch die Gäste im Dunkeln tappen. Und selbst Diebe lassen sich damit abschrecken.

Spielen Sie mit den Lampentypen! Hängeleuchten, Wandleuchten, Fluter, Einbaustrahler ... hier kennt die Auswahl an Formen und Materialen kaum Grenzen. Wichtig ist das Zusammenspiel mit dem Design der Einrichtung des jeweiligen Wohnraumes.

Die wichtigsten LED-Fakten

Lichtfarbe: 2.700 Kelvin und kleiner entspricht warmweißem Licht

Helligkeit: Wird bei der LED in Lumen gemessen (Die Watt-Zahl einer Glühlampe mal 10 ergibt ungefähr die Lumen-Zahl einer LED)

Energiespar-Faktor: eine LED mit 3 Watt ersetzt herkömmliche 20-Watt-Lampen

Lebensdauer: 15  bis 25 Jahre

Retrofit-LEDs: E27  (große Fassung), E14   (kleine Fassung von Glühbirnen)

stol