30 Jahre gibt es ihn bereits – den Pfalzner „Schnerfa“-Club. Angefangen hat alles zu Beginn der 1990er-Jahre. In jener Zeit waren die heutigen Mitglieder des Clubs Burschen um die 20 – und für jeden Spaß zu haben.<BR /><BR />Vorbild war ihnen damals ein älterer Pfalzner, Anton Mair, der im Dorf als Kofele-Leachn- Schmied bekannt war. Der alleinstehende Mann, der am Berghof Kofele Leachn mithalf, ließ sich den Stegener Markt nie entgehen. Und so ging er jedes Jahr zu Fuß im lodenen Sonntagsgewand mit seinem Rucksack, dem „Schnerfa“, auf den Markt.<BR /><BR /> „Das hat uns damals sehr gefallen“, erzählt Peter Dorigo, der von Anfang an dabei ist. „Wir dachten, es wäre nett, einmal mit ihm mitzugehen.“ Dazu sei es aber nie gekommen. „Stattdessen sind wir einfach selber gegangen – anfangs nur im rupfenen Hemd und mit Hut und Rucksack.“ Ein Lodengewand, so wie es Anton Mair hatte, kauften sich die Pfalzner erst später.<h3>Treffpunkt: Wirtshaus „Jochele“ in Pfalzen</h3>Treffpunkt ist seit 30 Jahren das Wirtshaus „Jochele“ in Pfalzen. Ein halbes Dutzend, vielleicht einige mehr kommen hier stets zusammen. Heuer waren es Peter Dorigo, Thomas Rabanser, Markus Valentin, Gerhard „Flip“ Bodner, August Priller und Hubert Außerhofer – alle im schwarzen Lodengewand mit schwarzem Hut, auf den sie eine rote Nelke aufgesteckt hatten.<BR /><BR />Von hier aus machten sie sich auf nach Stegen. „Wir nehmen aber nie den gleichen Weg“, sagt Dorigo – und liefert mit einem Augenzwinkern auch gleich den Grund dafür: „Wir fürchten uns vor Räubern, die uns den Geldbeutel stehlen.“ Man habe schon früher oft gehört, dass Marktgänger auf dem Hinweg von Wegelagerern überfallen worden seien. „Das wollen wir vermeiden“, sagt er und lacht.<BR /><BR />Heuer schlugen die Mander den Weg in Richtung Valentinskirche ein. Von dort ging es hinab nach Stegen – immer wieder unterbrochen von Pausen, in denen sich die 6 Mander mit Speis und mehr noch mit Trank stärkten. „Früher“, erzählt Dorigo, „hat uns der Kronbichler neben der Straße etwas aufgetischt, als wir vorbeigekommen sind.“ Heute sei das noch bei einem Haus in Stegen der Fall. Mitunter sei man vorher auch noch beim „Branntweiner“ eingekehrt, dem Gasthaus in Stegen, wo es an den Markttagen eine Saure Suppe gebe. Ordentlich gestärkt gehe es dann auf den Markt.<h3> „Zur Geburt meines Sohns musste ich schnell nach Hause“</h3>Peter Dorigo ist bisher alle 30 Jahre dabei gewesen. Einmal allerdings nur einen halben Tag lang. Das war vor 10 Jahren, als Söhnchen Laurin auf die Welt kam. „Da musste ich schnell nach Hause.“ Ansonsten sei es jedes Jahr ein voller Tag, der morgens gegen 8 Uhr in Pfalzen beginne und abends ganz unterschiedlich ende. „Wir gehen miteinander auf den Markt, miteinander zurück aber nur mehr selten“, sagt Dorigo. „Die ersten machen sich schon beim Zunachten auf den Heimweg, andere erst zu sehr später Stunde.“<BR /><BR />Im Laufe der 30 Jahre hatten die Mander zwischenzeitlich auch einen vierbeinigen Begleiter, der mit ihnen auf den Markt ging. „Einige Male haben wir einen Geißbock mitgenommen.“ Später sei es dann der Esel Xaver gewesen, „den ich 1999 auf dem Markt gekauft habe“, erzählt Dorigo. „700.000 Lire hat er gekostet.“ Das wisse er noch genau. Ein paar Mal habe er auch einen Esel beim Schöpferhof in Pfalzen geliehen. Gedacht war dieser stets als Lasttier, um die gekauften Waren heimzubringen. Doch weil die Einkäufe stets überschaubar ausfielen und im „Schnerfa“, dem Rucksack, Platz hatten, habe man sich vor einigen Jahren vom Esel getrennt.<BR /><BR />Gekauft werde aber jedes Jahr etwas. „Nüsse und Mandarinen und ein Stück Mandolata, also Türkischer Honig, sind immer dabei“, meint Peter Dorigo. „Oder auch ein paar Socken.“ Letzthin habe er sich sogar einmal einen Hut gekauft.<BR /><BR />Ihr Platz am Markt ist stets der Bauern- und Viehmarkt. Und weil nach alter Tradition am Sonntag kein Vieh gehandelt werden dürfe, „sind wir auch nie am Sonntag unterwegs.“ Heuer waren sie am Samstag in Stegen – und haben dort wieder einen besonderen Tag verbracht. Es sei schön gewesen – und lange habe es gedauert, meint Dorigo am Tag danach. „Denn an gewissen Ständen müssen wir einfach Halt machen, sonst sind die Inhaber mit uns beleidigt“, sagt er und lacht.