Wenn im Titel gesagt wird, die Wanderung führe ins Langental, dann nur der Kürze halber. Denn präziser ausgedrückt, führt sie nur ins äußere Langental, während sich das innere mit seinen Wegen hinauf zu den Höhen von Puez und Gardenacia besser für Sommertouren eignet.<BR /><BR />Jedenfalls ist auch das äußere Langental es wert, besucht und kennengelernt zu werden, zumal unsere Wanderung – ähnlich wie jene der vergangenen Woche in Tiers – sowohl landschaftlich überaus beeindruckend als auch kulturgeschichtlich interessant ist.<BR /><BR />Wir beginnen die relativ kurze Tour in der Dorfmitte von Wolkenstein, dem innersten Kirchdorf des Grödner Tales, und zwar im Bereich der spitztürmigen Pfarrkirche. Und nachdem wir den Ortsrand verlassen haben, wandern wir mit dem Prachtblick zu den Felswänden des Steviamassivs, das sich in die Seviola und die eigentliche Stevia gliedert, großteils durch Wiesen und Grasböden hinein zum Silvesterkirchlein im äußeren, vom Haupttal abzweigenden Langental.<h3> Ein besonderes Kleinod</h3>Das einsame spätbarocke Kirchlein, das bei einem Umbau um 1880 seine heutige Form erhalten hat, enthält Wandmalereien, einen stattlichen Barockaltar mit der Statue des heiligen Silvester, dem Patron der Hirten und Haustiere, sowie einem kleinen Flügelaltar als Predella.<BR /><BR />Haben wir nun diesem besonderen Kleinod unsere Aufwartung gemacht, verlassen wir den weiter taleinwärts führenden Weg und wenden uns wieder talauswärts, wobei wir dem mit beachtenswerten, von Grödner Holzbildhauern geschaffenen Leidensstationen Christi gesäumten Kreuzweg folgen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="826028_image" /></div> <BR /><BR />Dieser schöne Weg durchquert auf der Sonnenseite die teilweise bewaldeten Hänge und führt uns, wenn wir einen kurzen steilen Seitenpfad einschlagen, zur kleinen Ruine der Burg Wolkenstein, deren Gemäuer in den überhängenden Felsbastionen klebt. <BR /><BR />Der Stationenweg aber führt eben und absolut problemlos weiter bis hinaus gegen Daunëi, von wo es schließlich am Hang hinunter geht zum Rand von Wolkenstein und zwischen seinen Häusern wieder zurück zum Ausgangspunkt.<BR /><BR />DIE TOUR IM ÜBERBLICK<BR /><BR /><b>Wegverlauf:</b> Anfahrt durch das Grödental bis nach Wolkenstein (1563 m). Von dort (Dorfplatz, Parkhaus, Bushaltestelle) kurz hinauf zur Pfarrkirche, der Beschilderung „Langental“ folgend nordostwärts zum Dorfrand, durch die Wiesen weiter zur Mündung des Langentals und auf breitem Weg über Grasböden und kurz durch Wald hinein zum Silvesterkirchlein (1632 m; ab Wolkenstein etwa 1 Std.). <BR /><BR /> Rückweg: Vom Kirchlein nun westwärts den geschnitzten Kreuzwegstationen folgend zuerst kurz über Rasenböden und dann auf dem Kreuzweg in ebener Waldquerung zum Pfad, der bergseitig abzweigt und in wenigen Minuten zur kleinen Burgruine ansteigt (1720 m; Besuch nur für burgenkundlich Interessierte empfehlenswert). <BR /><BR />Dann auf dem Stationenweg eben weiter und hinaus bis <BR />zum Bildstock der ersten Kreuzwegstation nahe dem Weiler Daunëi (1675 m); hier nun links ab, auf etwas steilem Weg in wenigen Minuten hinunter zur Straße ins Langental, auf dieser kurz talein, dann rechts ab und auf einem mit Laternen versehenen Weg weitgehend eben zurück ins Dorf und zum Ausgangspunkt (ab St. Silvester 1–1 Std.).<BR /><BR /><b>Höhenunterschied:</b> ca. 110 m <BR />(bis zur Burgruine 157 m)<BR /><BR /><b>Gesamtgehzeit:</b> ca. 2–2 Std.<BR /><BR /><b>Orientierung und Schwierigkeit:</b> Unschwierige und nicht allzu lange Rundwanderung. Im Bereich der Burgruine jedoch steilstes bis senkrechtes Felsgelände, das größte Vorsicht gebietet! <BR /><BR /><b>Wanderkarten</b> 1:50.000: Kompass, Blatt 59 (Sella-<BR />gruppe) – 1:25.000: Tabacco, Blatt 05 (Gröden - Seiser Alm)<BR />