Sonntag, 13. Mai 2018

Vor Eröffnung von US-Botschaft: Israel feiert Jerusalem-Tag

Am Tag vor der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem hat Israel am Sonntag den Jerusalem-Tag begangen. Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung, Jerusalem sei „seit mehr als 3000 Jahren die Hauptstadt unseres Volkes” gewesen. „Wir haben davon geträumt, es wiederaufzubauen, die vereinte Stadt - und das ist genau, was wir jetzt tun.”

Israel dankt der Trump-Admistration Foto: APA (AFP)
Israel dankt der Trump-Admistration Foto: APA (AFP)

Tausende Israelis wollten später bei einem Marsch mit israelischen Flaggen durch die Altstadt die „Wiedervereinigung” der Stadt feiern, also die Eroberung des arabisch geprägten Ostteils im Sechstagekrieg 1967. Die Palästinenser beanspruchen diesen Teil der Stadt jedoch als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates.

Am 70. Jahrestag der Gründung Israels eröffnen die USA am Montag ihre Botschaft in Jerusalem. US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angekündigt. Eine große US-Delegation traf am Sonntag in Israel ein. Finanzminister Steven Mnuchin, Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann und Trumps Berater Jared Kushner kamen am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv an. Kushner traf nach seiner Ankunft mit Netanyahu zusammen.

Der Umzug stößt auf heftige Kritik der Palästinenser. Eine Million Menschen wollen im Gazastreifen an der Grenze zu Israel protestieren. Auch in Ramallah werden Tausende bei einem Marsch durch die Stadt erwartet. Bei den palästinensischen Protesten werden gewaltsame Konfrontationen mit israelischen Soldaten befürchtet.

Nach Angaben des Zentralen Israelischen Statistikbüros sind 37 Prozent der rund 870.000 Einwohner Jerusalems Palästinenser, die vor allem im Ostteil der Stadt leben.

apa/dpa

stol