Boldrini wird von der Protestbewegung beschuldigt, zu regierungstreu zu sein. „Boldrini soll so rasch wie möglich die Abgeordnetenkammer verlassen“, kommentierte Grillo auf seinem Blog, auf dem ein Video-Beitrag unter dem Titel "Was würdet ihr im Auto mit Laura machen?". Zu sehen war ein Mann am Steuer eines Autos mit einer Laura Boldrini-Pappkartonfigur auf dem Beifahrersitz.Kommentatoren hinterließen äußerst vulgäre und sexistische Beiträge, die erst nach heftigen Protesten am Samstagnachmittag schließlich entfernt wurden. Man distanziere sich von den Kommentaren, so die Verantwortlichen, diese seien in der Nacht geschrieben und deshalb nicht kontrolliert worden. Wer die Drohungen und Beleidigungen ausgesprochen habe, könne problemlos angezeigt werden. Das Netz sei frei und müsse frei bleiben, doch jeder übernehme die Verantwortung für seine Beiträge.Grillo protestiert dagegen, dass die die Abgeordnetenkammer-Präsidentin jede Debatte der Opposition über von der Regierung eingebrachte Gesetze verhindere. In den vergangenen Tagen hatten die Abgeordneten der "5 stelle"-Bewegung die Säle der Justizkommission besetzt, um gegen die Parlamentspräsidentin zu protestieren und somit die Arbeit der etablierten Parteien zu stören. Dabei kam es zu einem Gerangel mit Parlamentariern des PD von Premier Enrico Letta.Auf die Offensive der „5 stelle“-Bewegung gegen Boldrini reagierte Premier Letta mit Empörung. „Die Demokratie basiert auf dem Prinzip der Mehrheit und auf der Respektierung der demokratischen Regeln“, betonte er und klagte, dass es bis jetzt eine „übertriebene Toleranz“ gegenüber dem Verhalten der Partei Grillos gegeben habe. „Das war ein Fehler. Es ist unsere Pflicht, für den Schutz der Institutionen und der Regeln einzutreten“, kommentierte Letta. Er erklärte sich auch mit dem attackierten Staatspräsidenten Napolitano solidarisch.Die Vorfälle in der Abgeordnetenkammer lösten Empörung aus. Napolitano selbst zeigte sich wegen der Situation im Parlament besorgt. Die fundamentalen Regeln der Demokratie seien missachtet worden, verlautete aus dem Quirinal, dem Sitz des Staatspräsidenten. „Niemand darf die Arbeit der Kommissionen blockieren. Das ist ein Affront gegen die Demokratie“, attackierte der Parlamentarier der Forza Italia, Paolo Sisto.apa/stol