Sonntag, 11. Oktober 2015

Wahl in Wien: Beteiligung bisher bei 9,57 Prozent

In Österreich hat die wichtigste Landtagswahl des Jahres begonnen. In der Stadt Wien können 1,3 Millionen Wahlberechtigte ein neues Landesparlament wählen. Das Votum gilt als bisher größter Stimmungstest in der Flüchtlingsfrage. Der FPÖ von Parteiobmann und Spitzenkandidat HC Strache, die sich in der Flüchtlingsfrage stark rechts positioniert, werden satte Stimmengewinne prognostiziert.

Wer wird ins Wiener Rathaus (im Bild) als Bürgermeister einziehen? Das entscheidet sich bei der heutigen (Sonntag, Anm. d. Red.) Landtagswahl.
Wer wird ins Wiener Rathaus (im Bild) als Bürgermeister einziehen? Das entscheidet sich bei der heutigen (Sonntag, Anm. d. Red.) Landtagswahl. - Foto: © shutterstock

Die regierende rot-grüne Koalition unter Ministerpräsident und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) steht für einen offenen und toleranten Kurs. Die rechte FPÖ unter ihrem Parteichef und Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache schlägt stark ausländerkritische Töne an. Laut Umfragen liegt Häupl mit seiner SPÖ nur knapp vor Straches FPÖ.

Die Landtagswahl ist der Höhepunkt des Superwahljahres 2015 in der Alpenrepublik. Bei den bisherigen drei Landtagswahlen hat die FPÖ wegen der Flüchtlingskrise teils spektakuläre Zugewinne erzielt. Österreich ist vor allem als Durchreiseland stark vom Flüchtlingsstrom betroffen.

FPÖ kann auf sattes Stimmenplus hoffen

Die seit 1945 immer stimmenstärkste und Bürgermeister-Partei SPÖ muss mit starken Verlusten rechnen, die FPÖ kann auf ein sattes Plus hoffen – wobei die Meinungsforscher bis zuletzt nicht ausgeschlossen haben, dass die FPÖ erstmals Erste vor der SPÖ wird in Wien. Dass die ÖVP erstmals nur mehr Vierte hinter den Grünen wird, ist laut den Umfragen sehr wahrscheinlich.
Mit weniger als 39,15 Prozent (1996) wäre die SPÖ schwach wie nie zuvor. Über 27,94 Prozent (1996) muss die FPÖ kommen, um ihr bestes Wien-Ergebnis seit Parteigründung einzufahren. Die Grünen bräuchten mehr als 14,63 Prozent (2005) für ein Rekordergebnis.

Häupl kann längst dienender Landeshauptmann werden

Bleibt Michael Häupl noch die ganze fünfjährige Periode im Amt, könnte er längst dienender Landeshauptmann der Zweiten Republik werden. Am 27. Mai 2020 hätte er die 9.319 Tage als Wiener Bürgermeister und damit auch LH absolviert, mit denen der Oberösterreicher Heinrich Gleißner (1945 bis 1971) bis heute vorne liegt.

Voraussetzung für Häupls Rekord wäre allerdings, dass sich sein Freund Erwin Pröll (ÖVP) verabschiedet – etwa in Richtung Hofburg. Denn der Niederösterreicher wurde zwei Jahre vor Häupl Landeshauptmann.

In etwa gleich hohe Wahlbeteiligung wie vor fünf Jahren

Die Wahlbeteiligung lag um 10.00 Uhr bei 9,57 Prozent. Das teilte die Leiterin der Wiener Stadtwahlbehörde, Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ), am Sonntag mittels Aussendung mit. Der Vergleichswert 2010 war in etwa gleich hoch.

Damals belief sich die Beteiligung um die selbe Zeit auf 9,59 Prozent. Der endgültige Wert (inkl. der Briefwahlkarten) lag beim Urnengang 2010 bei 67,63 Prozent.

Dass der Andrang heute nicht größer war, könnte auch an den herbstlich kühlen und noch dazu windigen Witterungsbedingungen liegen. Die Temperaturen lagen am Vormittag in der Bundeshauptstadt bei rund 5 Grad Celsius.

Die Wahllokale schließen um 17 Uhr. Gegen 18 Uhr werden erste Hochrechnungen erwartet.

dpa/apa

stol