Samstag, 23. Juni 2018

Wahlkampf in der Türkei endet mit Großveranstaltungen

Einen Tag vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei endet am Samstag der Wahlkampf. Ab 18 Uhr (Ortszeit/17 Uhr MESZ) gilt laut Wahlkommission landesweit ein Wahlkampfverbot. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Muharrem Ince, treten bei Massenkundgebungen in Istanbul auf, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes.

Erdogan tritt in Istanbul auf. - Foto: APA (TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE)
Erdogan tritt in Istanbul auf. - Foto: APA (TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE)

Am Sonntag sind dann fast 60 Millionen Türken aufgerufen, ein neues Parlament und einen Präsidenten zu wählen. Mit der Wahl wird die Einführung des von Erdogan angestrebten Präsidialsystems abgeschlossen.

Umfragen zufolge geht Erdogan, der Vorsitzende und Kandidat der islamisch-konservativen AKP, als Favorit in die Präsidentenwahl. Eine absolute Mehrheit in der ersten Wahlrunde könnte er aber verfehlen. Dann müsste er am 8. Juli gegen den Zweitplatzierten in eine Stichwahl.

Umfragen sahen Ince auf dem zweiten Rang, gefolgt von Meral Aksener von der national-konservativen Iyi-Partei und Selahattin Demirtas von der pro-kurdischen HDP. Aksener hält ihre Abschlusskundgebung am Samstag ebenfalls in Istanbul ab. Demirtas ist seit November 2016 unter Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft.

Das Wahlbündnis der Regierung unter der Führung der AKP dürfte als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervorgehen. Sollte die HDP allerdings den Sprung über die Zehnprozenthürde schaffen, könnte das AKP-Bündnis die absolute Mehrheit im Parlament verlieren.

apa/dpa

stol