Wann ist ein Mann ein Mann? Das wollte Herbert Grönemeyer schon 1984 wissen. Sein Lied wurde ein Hit. Und auch mich interessiert, ob sich die besungenen Schwierigkeiten am Mannsein mit seinen veränderten Herausforderungen in den letzten Jahrzehnten tatsächlich geändert haben? <BR /><BR />Nun... Als Bild von einem Mann könnte Frau das Exemplar sehen, das mir für diese Kolumne als Vorlage dient. Doch beim Männerbild, das ER vermittelt, beginnt jede tradierte Schublade zu klemmen. Zumindest, wenn man sich bei der wahrlich existenziellen Frage, wann denn nun ein Mann ein Mann ist, noch gewisser Rollenklischees bedient. <BR /><BR />Diese sind zwar stetig im Wanken wie Schwanken begriffen, und der Spagat zwischen hart und zart ist unvermindert mörderisch. Aber Emanzipation hin oder her... Irgendwann holen uns Natur und Hormone ein, und dann steht das jeweils andere Geschlecht auf dem Prüfstand der eigenen Bedürfnisse. <BR /><BR />Macho oder Weichei? Das ist hier die Frage! Wie gut, dass Mann dann doch nicht so einfach gestrickt ist. Dass ein Alpha-Männchen auch so gut getarnt sein kann, dass es Gegenspieler maßlos unterschätzen, war mir neu. Dass in jedem Mann viel Frau steckt, ist sowieso (und abseits jeglicher, erweiterter LGBTQIA+-Geschlechteridentität) ein alter Hut! Ob und inwieweit Mann es zulässt, darauf kommt es an. <BR /><BR />Damit hat ER nun wahrlich kein Problem. Als leidenschaftlicher Pedalritter zwischen Lucky Luke und Lonesome Cowboy könnte er auf jedem Fahrrad filmreif in den Sonnenuntergang reiten. Doch wehe, es kommt ein Platzer in den Weg. Dann ist nicht nur der Reifen platt, sondern auch das Klischee vom Mann als Mechaniker, der vom Ego bis zur Elektronik alles reparieren kann. <BR /><BR />„Ich kann das nicht“, sagt er salopp und parkt den Drahtesel in der nächsten Werkstatt. Warum auch nicht!<BR /><BR /> Eingefahrene Rollenbilder zu entlüften und aus aufgeblasenen Klischees die Luft herauszulassen, tut jedem gut – egal ob Männlein oder Weiblein!<BR />