Fein, dann bleibt das Geld in der öffentlichen Kasse, denken viele. Aber der Verzicht auf die Wohnbauförderung könnte uns allen teuer zu stehen kommen, wie ein Experte erklärt. <BR /><BR />1326 Gesuche um Wohnbauhilfe sind 2020 beim Land eingegangen. Viele Gesuchsteller von damals warten aber noch immer auf ihr Geld. Wegen der langen Wartezeiten auf den Landesbeitrag verzichten inzwischen viele sogar ganz aufs Ansuchen. „Zum Schaden des Landes, denn dadurch sinkt die Zahl der konventionierten Wohnungen auf dem Markt“, mahnt ASGB-Wohnbauexperte Christian Peintner.<BR /><BR />27 Monate lagen im Februar dieses Jahres zwischen Ansuchen und effektiver Auszahlung eines Wohnbaudarlehens. Statt rückläufiger Wartezeiten, wie es damals aus der Abteilung Wohnbau hieß, scheinen diese aber inzwischen weiter anzuwachsen, wie der Fall einer Familie belegt, die im Juli 2020 das Gesuch um eine Wohnbauhilfe gestellt hatte. <h3> 39 Monate bis zur Auszahlung</h3>„Das Geld soll ihnen nun bestenfalls im Oktober dieses Jahres ausbezahlt werden“, berichtet Wohnbauexperte Peintner. Demnach lägen zwischen Ansuchen und Auszahlung der Wohnbauhilfe inzwischen ganze 39 (!) Monate. „Bei so langen Wartezeiten und angesichts der gestiegenen Zinsen für Kredite, geht inzwischen ein Viertel des Landesbeitrages direkt an die Banken“, kritisiert der ASGB-Wohnbauexperte. Damit kämen nur 75 Prozent der Landeshilfe auch tatsächlich bei den Bürgern an.<BR /><BR />Die Situation sei inzwischen bereits so prekär, dass sehr viele, obwohl berechtigt, erst gar nicht um eine Wohnbauhilfe ansuchen. „Weil sie sich sagen, die 20.000 bis 30.000 Euro, die sie bekommen würden, stemmen sie auch noch aus eigener Tasche und sparen sich den ganzen bürokratischen Aufwand“, so Peintner. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60908734_quote" /><BR /><BR />„Das hat gleichzeitig aber immer mehr Auswirkungen auf den heimischen Wohnungsmarkt.“ Durch den freiwilligen Verzicht auf eine Wohnbauhilfe würden laut Peintner nämlich auch immer weniger Wohnungen konventioniert. „Das hat zur Folge, dass es auf dem ohnehin bereits überhitzten heimischen Wohnungsmarkt immer weniger halbwegs bezahlbare Wohnungen für die Einheimischen gibt“, unterstreicht Peintner. <BR /><BR />Aussicht auf Besserung scheint derzeit nicht in Sicht – auch in Anbetracht der immer prekäreren Personalsituation im Amt. „Dort bräuchte es inzwischen wohl eher Psychologen und Therapeuten als Sachbearbeiter und Techniker, um all die aufgebrachten Anrufer zu beruhigen“, so Peintner spitz. <BR /><BR />Auch dass das Land nun bei der Wohnbauförderung nachgebessert, mit 1. Juli die Einkommensstufen für den Erhalt einer Wohnbauförderung angehoben hat, helfe laut dem ASGB-Wohnbauexperten herzlich wenig. Dadurch hätten jetzt zwar mehr Antragsteller Anrecht auf eine Förderung, doch an den langen Wartezeiten ändere das nichts. <BR /><BR />„Helfen würde nur, wenn das Land eine Auszahlung des Beitrages innerhalb von meinetwegen 3 Monaten nach Antrag beschließen würde“, sagt Peintner. „Die allgemeinen Voraussetzungen für eine Förderung werden ja ohnehin bereits beim Antrag überprüft. Und die paar schwarzen Schafe, die kein Anrecht hätten, könnte man auch erst im Nachhinein herausfischen.“<BR />