<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1360314_image" /></div> <BR /><b>Was hilft, wenn der Hund Angst hat?</b><BR />Lisa Holzner: Früher hat man dazu geraten, Angst zu ignorieren, damit sie sich nicht „verstärkt“. Das ist längst überholt. Bei ängstlichen Hunden ist vor allem wichtig, dass man die Situation so verändert, dass der Vierbeiner wieder ansprechbar und lernfähig wird. Hilfreich kann dabei eine gut aufgebaute Ruhezone sein: Eine Box oder ein bestimmter Liegeplatz kann zu einem vertrauten Rückzugsort werden. Auch ein Entspannungssignal lässt sich in ruhigen Situationen konditionieren. Dabei wird ein bestimmtes Wort, ein Geräusch oder ein Signal immer wieder mit Entspannung verknüpft, sodass es später in schwierigeren Situationen unterstützend eingesetzt werden kann.<BR /><BR />Ebenso kann ein Entspannungsduft auf diese Weise konditioniert und später unterstützend eingesetzt werden. Für manche Hunde können zusätzlich ein Thundershirt (eine eng anliegende Beruhigungsweste) oder ein vergleichbares enges Kleidungsstück bzw. Bandagen hilfreich sein.<BR /><BR />Wichtig: Alle genannten Hilfsmittel dürfen nicht erstmals in einer akuten Angstsituation eingesetzt werden, sondern müssen vorher in entspannten Momenten positiv aufgebaut werden!<BR /><BR /><b>Was kann man draußen tun, wenn plötzlich etwas beängstigend wirkt?</b><BR />Holzner: Gerade unterwegs ist es wichtig, die Situation frühzeitig zu erkennen. Zeigt der Hund erste Anzeichen von Unsicherheit, sollte man nicht warten, bis seine Angst immer größer wird. Eine Möglichkeit ist, mit dem Hund zunächst Abstand zu schaffen und sich anschließend vorsichtig wieder anzunähern – immer nur so weit, wie es für ihn machbar ist. Es ist wichtig, dass er nicht in für ihn schlimme Situationen hineingedrängt oder festgehalten wird, ohne flüchten zu können.<BR /><BR />Ruheinseln auf dem Spaziergang können ebenfalls helfen: Ein ruhiger Platz, an dem der Hund seine Umgebung beobachten darf, schafft Möglichkeiten für Entspannung. Gerade für Hunde, die draußen schnell überfordert sind, sind solche bewussten Pausen wertvoll.<BR /><BR />Wichtig: Einen Hund darf man in einer Angstsituation nicht einfach mit Futter zu dem hinlocken, wovor er Angst hat! Futter kann natürlich trotzdem sinnvoll eingesetzt werden – allerdings dann, wenn das Tier noch ansprechbar ist, also in einer bewältigbaren Entfernung. <BR /><BR /><b>Wie kann man den Hund auf die Umwelt vorbereiten?</b><BR />Holzner: Viele Alltagssituationen lassen sich nicht vermeiden. Kinder rennen und schreien, Fahrräder fahren vorbei, irgendwo fällt etwas laut zu Boden … Deshalb sollte ein Hund möglichst früh lernen, dass unterschiedliche Umweltreize nicht automatisch etwas Bedrohliches bedeuten. Genau das ist ein wichtiger Teil der Sozialisierung.<BR /><BR />Dabei geht es nicht darum, das Tier möglichst vielen Reizen auszusetzen, sondern darum, neue Erfahrungen kontrolliert und positiv zu gestalten. Wenn beispielsweise Kinder laut schreien und herumrennen, kann in ausreichendem Abstand etwas Schönes passieren: eine Futtersuche, eine beliebte Übung mit dem Menschen oder eine andere Aktivität, die dem Hund Freude macht. So lernt er, dass beispielsweise laute Kinder mit etwas Angenehmem verknüpft sein können.<BR /><BR />Dasselbe Prinzip lässt sich auf viele andere Alltagssituationen übertragen. Autofahren, Tierarztbesuche, Menschenmengen, Geräusche, andere Tiere oder ungewohnte Untergründe können Schritt für Schritt in passendem Tempo kennengelernt werden.