Freitag, 13. April 2018

Was wir beim Essen fühlen

„Was geht dir denn durch den Kopf?“ Diese Frage können der klinische Psychologe Andrea Bariselli und der Unternehmer Mario Ubiali wörtlich beantworten. Sie sind die Gründer von Thimus, dem ersten Unternehmen in Italien, das sich mit angewandter Neurowissenschaft und Biometrie beschäftigt, um Kunden und Konsumenten in der Lebensmittelbranche besser zu verstehen. Die Technologie von Thimus und ihre Anwendungsmöglichkeiten zeigte die Veranstaltung „Neuro Food Lab“ am Freitag im NOI Techpark in Bozen.

„Was geht dir denn durch den Kopf?“ Diese Frage können der klinische Psychologe Andrea Bariselli und der Unternehmer Mario Ubiali wörtlich beantworten.
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„Was geht dir denn durch den Kopf?“ Diese Frage können der klinische Psychologe Andrea Bariselli und der Unternehmer Mario Ubiali wörtlich beantworten. - Foto: © D

In Südtirols Technologiepark NOI-Park hat sich das Unternehmen Thimus angesiedelt – nach einer komplexen Planungsphase, die im Sommer 2016 in Brescia mit der Firmengründung begonnen hatte. Im NOI Techpark in der Voltastraße fand am Freitag die erste Ausgabe des Neuro Food Lab statt. Organisiert wurde die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Future Food Institute aus Bologna und dem Food Innovation Program, einem Masterstudiengang der Universität von Modena-Reggio Emilia.

In Live-Experimenten wurde anhand verschiedener Technologien Gehirnströme gezeigt und die damit empfundenen Gefühle während des Essens. Die „Versuchskaninchen“, vorab ausgewählte Personen, an denen Thimus verschiedene aus dem klinischen Bereich übernommene Instrumente demonstriert. Das Publikum konnte live mitverfolgen, wie Thimus-Experten diverse neurologische und biometrische Daten erfasste, von Augenbewegungen über die Mikro-Schweißausschüttung der Haut bis zum klassischen EEG, das hier nicht für klinische Diagnosen zum Einsatz kam, sondern um Reaktionen auf Geschmacksreize zu messen. Der wissenschaftliche Leiter von Thimus, Andrea Bariselli, demonstrierte, wie die so erhaltenen Informationen bei realen Messungen analysiert werden können. Sie beschreiben detailliert, welche Gefühle die Testpersonen bei einer bestimmten Sinneserfahrung erleben – etwa, wenn sie neue Lebensmittel verkosten.

Wissenschaft im Alltag nutzbar machen 

Zur Veranstaltung gehört auch ein weiterführendes Programm am 13. und 14. April im Hotel Bad Schörgau in Sarnthein, wo die Forscher des Future Food Institute und einige herausragende Vertreter der Lebensmittelbranche mit Thimus zwei Tage lang über Neurowissenschaft, Gesundheit und Kochkunst diskutieren. Aber auch über Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion – denn: „Die wahre Mission von Thimus ist es, Wissenschaft im Alltag nutzbar zu machen, um das Leben der Menschen nicht nur durch Wohlstand, sondern durch Wohlbefinden zu verbessern“, so Thimus-Geschäftsführer Mario Ubiali.

Thimus ist eines von 28 Start-up-Unternehmen, die im IDM-Gründerzentrum im NOI Techpark entstanden sind. Das Gründerzentrum bietet die ideale Umgebung für Jungunternehmer, die dort mit Forschungseinrichtungen, der Universität und zahlreichen Experten vernetzt werden. So erhalten sie die richtige Unterstützung für rasches und nachhaltiges Wachstum.

Über Thimus

Das Unternehmen entwickelt mittels angewandter Neurowissenschaft und Biometrie Lösungen für die Wirtschaft: Durch einen wissenschaftlichen Zugang analysiert Thimus jene Eigenschaften, die ein Produkt, eine Marke oder eine Erfahrung erfolgreich werden lassen. An Nutzern, Konsumenten oder Testpersonen untersucht Thimus durch biometrische und neurologische Messungen die Auswirkung von Sinneswahrnehmungen und Reizen. Diese Forschung liefert objektive Ergebnisse, die frei sind von bestehenden Vorlieben oder Vorurteilen – und damit besonders nützlich für Unternehmen, die ihre Wirkung auf den Kunden optimieren wollen.

Über das Food Innovation Programm

Die italienische Non-Profit-Organisation Future Food Institute aus Bologna, die das Food Innovation Program gegründet hat, befasst sich mit Forschung, Sensibilisierung und Bildung im Bereich der Innovation im Lebensmittelsektor. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit Dozenten und Forschern großer Universitäten zusammen, etwa der Universitäten Stanford, Tongji, PolyU, Wageningen oder UC Davis. 

stol 

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