<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Jedem Gefühl geht ein Gedanke voraus. Wenn wir bei einem Auftritt, einer Prüfung oder einem Gespräch also unter Lampenfieber leiden, dann, weil aus den Tiefen unserer Hirnwindungen ein Impuls heraufkatapultiert wurde. <BR /><BR />Wie und wann genau das passiert, nehmen wir in den meisten Fällen nicht bewusst wahr. Fakt ist aber, dass die Stimmung irgendwann kippt, die Nervosität deutlich spürbar wird und sich als logische Reaktion darauf weitere Gedankenspiralen bilden. „Was, wenn das nicht aufhört?“, „Wie soll ich das nur schaffen?“, „…und wenn es diesmal wieder schiefgeht?“. <BR /><BR />Das Ganze zu durchbrechen, ist zu diesem Zeitpunkt fast unmöglich. Weit einfacher (wenn auch nur in Relation gesehen) ist es, die Ursache für dieses Dilemma zu finden, sie aufzulösen und dadurch zu verhindern, dass es gar nicht erst wieder so weit kommen kann. <BR /><BR />Verbunden ist dies nicht selten mit einer Reise weit zurück in die Vergangenheit – zu Schlüsselmomenten, in denen sich die inneren Wahrheiten gebildet und gefestigt haben, die unserem Leben den berühmten Rahmen geben: wiederholtes Scheitern an einer Herausforderung, das zur Überzeugung „Ich kann das nicht!“ geführt hat; die Ablehnung durch enge Bezugspersonen, die in die Erkenntnis „Ich bin es nicht wert, gehört zu werden“ gemündet ist; oder ganz einfach die durch diverse Erlebnisse generierte Ansicht „Nur wenn ich perfekt bin, werde ich akzeptiert.“ <h3> Von der Blockade zur Befreiung</h3>Das Heimtückische an der Geschichte: Obwohl diese Überzeugungen wie eine Art Betriebssystem rund um die Uhr im Hintergrund laufen, sind sie im Alltag oft kaum wahrnehmbar. Im Laufe der Zeit haben wir es nämlich geschafft, eine Existenz drumherum aufzubauen, sodass sich alles ganz normal anfühlt. <BR /><BR />Sobald es jedoch in die Sichtbarkeit geht, werden daraus unter Umständen Blockaden, die lähmen. Immer und immer wieder. So lange, bis wir bewusst daran arbeiten, sie abzubauen. <BR /><BR />Wenn Nervosität und Lampenfieber einfach nicht aus Ihrem Leben weichen wollen, hören Sie also auf, sie zu bekämpfen, und beginnen Sie stattdessen, das Problem zu hinterfragen. Setzen Sie sich in einem ruhigen Moment hin und sammeln Sie all die Gedanken und Bilder, die Sie mit Bühne und Öffentlichkeit verbinden. <BR /><BR />So bekommen Sie bereits eine erste Ahnung davon, was im entscheidenden Moment eine Rolle spielen könnte. Überlegen Sie anschließend, ob die als wahr hingenommenen inneren Überzeugungen in der aktuellen Realität noch Bestand haben können oder ob es vielleicht sogar objektive Argumente gibt, die diese entkräften. <BR /><BR />Und zu guter Letzt machen Sie sich daran, die neu gewonnenen Erkenntnisse auch auf der Gefühlsebene zu verankern. Vielleicht brauchen Sie dafür Unterstützung von außen – das ist vollkommen in Ordnung.<BR /><BR /> Am Ende werden Sie aber erkennen, dass es nicht die Bühne war, die sicherer werden musste, sondern die Version von sich selbst, die Sie mit ihr verbinden.<h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.