Der Raketenbeschuss aus der palästinensischen Region auf Israel ging weiter. Indes kündigte Israels Außenminister Avigdor Lieberman das Bündnis mit der Likudpartei von Benjamin Netanyahu auf.Es war der folgenschwerste Angriff auf die Hamas seit dem Krieg von 2012. Die Berichte über die Anzahl der Todesopfer und die Orte, an denen sie umkamen, sind nicht deckungsgleich. Unter Verweis auf die Hamas – Meldungen zufolge -, starben sechs ihrer Kämpfer bei Luftangriffen auf einen „Ort des Widerstandes“ in Rafah an der Grenze zu Ägypten.Damit könnten Schmuggel-Tunnel gemeint sein. Zudem sei ein Mitglied der Miliz im Norden des Gazastreifens getötet worden. Demgegenüber sind laut anderen Berichten sechs Personen in Rafah und zwei weitere im Norden des Gaza-Streifens umgekommen. Wieder anderen Berichten zufolge seien bei den Angriffen bereits neun Menschen ums Leben gekommen.Das israelische Militär bestätigte Angriffe auf „Terrorziele und versteckte Raketenabschuss-Vorrichtungen“. Ein Vertreter der Hamas sprach von einer schweren Eskalation des Konflikts und kündigte Vergeltung an. Seit Tagen gehen Raketen auf Israel nieder. Am Sonntag seien etwa 25 gezählt worden, die israelische Armee gibt die Zahl seit Mitte Juni mit 160 an.Im Streit um das richtige Vorgehen angesichts der jüngsten Eskalation der Gewalt im Konflikt mit den Palästinensern brach Lieberman das Bündnis seiner Partei mit dem regierenden Likud. Er sagte, Hintergrund seines Bruchs mit Netanyahu seien „tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten“. Lieberman hat Netanyahus Vorgehen gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas als zu zögerlich kritisiert. Er fordert eine breite Militäroffensive in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer.„Die Realität, in der wir leben, mit Hunderten von Raketen, die eine Terrororganisation zur Verfügung hat und die jederzeit entscheiden kann, wann sie sie einsetzen will, ist unerträglich“, sagte Lieberman. „Ich verstehe nicht, worauf wir warten.“ Seine Fraktion wolle in der Koalition bleiben, betonte Lieberman gleichzeitig. Die beiden Politiker hatten das Bündnis vor den Wahlen im Jänner 2013 geschlossen. „Der Pakt hat bei den Wahlen und nach den Wahlen nicht funktioniert“, sagte Lieberman.Nach dem Bruch bleiben dem Likud nur noch 20 von insgesamt 120 Mandaten im Parlament, Israel Beitenu verfügt über 11 Mandate. Der Likud hat damit nur noch einen Sitz Vorsprung gegenüber der Zukunftspartei von Finanzminister Jair Lapid.Das jüngste Aufflackern des Nahost-Konflikts wurde ausgelöst durch die Tötung von drei israelischen Religionsschülern, gefolgt von dem mutmaßlichen Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen. Damals waren die drei israelischen Jugendlichen verschwunden. Nach einer groß angelegten Suche des Militärs in den Palästinenser-Gebieten wurden ihre Leichen vor einer Woche gefunden. Israel macht die Hamas für ihren Tod verantwortlich. Die Gruppe hat die Vorwurfe weder bestätigt noch dementiert.apa/dpa