Donnerstag, 25. August 2016

Weltbevölkerung: Afrika bleibt jüngster Kontinent

Bei der demografischen Entwicklung weitet sich die Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Der Anteil der unter 15-Jährigen ist in Afrika mit 43 Prozent der Gesamtbevölkerung am höchsten – in den Industrienationen dagegen mit gerade einmal 16 Prozent am niedrigsten. Das geht aus dem am Donnerstag in Hannover veröffentlichten Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung hervor.

Afrika ist weiterhin der "jüngste" Kontinent der Welt.
Afrika ist weiterhin der "jüngste" Kontinent der Welt. - Foto: © shutterstock

„Aktuell lebt die größte Jugendgeneration aller Zeiten in Afrika“, erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Insgesamt ist mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung jünger als 15 Jahre – die meisten davon leben in Entwicklungsländern.

Die vor 25 Jahren von den hannoverschen Unternehmern Erhard Schreiber und Dirk Roßmann gegründete Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) will helfen, das Menschenrecht auf Familienplanung umzusetzen und einen Beitrag zur Verlangsamung des Bevölkerungswachstums zu leisten. 

Es soll mehr in die Entwicklungszusammenarbeit investiert werden

Bähr appellierte an die Bundesregierung, bis 2020 ihre internationale Zusage umzusetzen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Die Weltgemeinschaft müsse dringend mehr für bessere Zukunftsperspektiven von Jugendlichen in Entwicklungsländern tun.

„Sie haben das gleiche Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung, Bildungschancen und Arbeitsmöglichkeiten“, so Bähr. Noch immer würden jährlich fast 14 Millionen Minderjährige zur Heirat gezwungen. Zudem führe fehlender Zugang zu modernen Verhütungsmethoden zu ungewollten Schwangerschaften, unsicheren Abtreibungen und einer HIV-Verbreitung.

dpa

stol