Zuerst die gute Nachricht: Die Rai-Gebühr wird im Jahr 2024 von derzeit 90 Euro auf 70 Euro reduziert. Das ist im Haushaltsgesetz der Regierung vorgesehen, das am Montag verabschiedet wurde. Die Abgabe für TV und Radio wird weiterhin in 10 Raten mit der Stromrechnung überwiesen – und am Ende bleiben 20 Euro in der Haushaltskasse. <BR /><BR />Doch die Freude über dieses „Geschenk“ vom Staat ist verfrüht, denn tatsächlich werden Frau Steuerzahlerin und Herr Steuerzahler für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im kommenden Jahr tief in die Brieftasche greifen. Die Regierung genehmigte nämlich in einem Abwasch einen „außerordentlichen Beitrag“ für „Mamma Rai“ – und zwar 420 Millionen Euro für das kommende Jahr; auch 2025 und 2026 wird dieser Betrag aus der Staatskasse in Richtung Mazziniplatz fließen. Das macht in Summe 1,26 Milliarden Euro. Mit dem Extra-Geld soll die Rai ihren immensen Schuldenberg abbauen. <h3> 30 Millionen Euro zusätzlich</h3>Ob das nach vielen Jahren tatsächlich gelingt, wird sich erst zeigen. Fix ist vorerst nur, das die staatlichen „Funker“ trotz Gebührenreduzierung wieder mehr Geld in der Hand haben. Die Senkung der Rundfunkgebühren um 20 Euro pro Haushalt bringt für den Medien-Koloss einen Verlust von rund 60 Millionen Euro pro Jahr. Die Rai selbst schätzt jedoch, dass sie im kommenden Jahr mit der Gebühr plus dem staatlichen Beitrag insgesamt 1,4 Milliarden einnehmen wird – das sind 30 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr.<BR /><BR />Trotzdem ist am Mazziniplatz von Bozen bis Palermo das Sparen angesagt. Die Rai will die internen Kosten um bis zu 20 Prozent und die Nettoverschuldung um bis zu 20 Prozent senken. Etwas einfallen lassen muss sich auch die Regierung: Die EU will die derzeitige Form der Gebühreneinhebung über die Stromrechnung nicht länger hinnehmen, weil diese Vermischung „irrational“ sei. <BR /><BR /><BR />