„Ich könnte schwören, ich habe den Setter lachen gehört“, schmunzelt Irina Lino nach diesem Erlebnis.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Dick und flauschig wie Wattebällchen fallen sie vom Himmel, tanzen und legen eine glitzernde Decke über das Land. Hinaus jetzt in den ersten Schnee, durch die Stadt, die so festlich ist in ihrem weißen Kleid, als stünde Weihnachten schon vor der Tür. <BR /><BR />Der Hund spürt meine Freude. Ein Englischer Setter aus dem Tierheim, gleichermaßen überschwänglich wie chaotisch – ein Clown mit unzähligen schwarzen Tupfen auf dem weißen Fell, der mir täglich seine Liebe beweist, indem er mir ALLES vor die Füße legt, was ihm vor die Schnauze kommt: Socken, Taschen, Schuhe, die er zwar nicht (mehr) zerbeißt, aber dafür ansabbert, seufz, Blusen, Schreibzeug, Haarbürsten, CDs und was sonst noch so herumliegt. <BR /><BR />Und wehe, ich vergesse etwas Essbares auf dem Tisch. Dann schleicht er auf Samtpfoten an den Samtpfoten vorbei, die als Wachhunde für die Katz´ sind, stellt sich auf Krallenspitzen und frisst in Lichtgeschwindigkeit, was er erwischt. Vorgestern ein ganzes Blech Kekse, nur so am Rande bemerkt: „Komm, wir gehen spazie…“, weiter komme ich nicht, weil er an mir vorbeifegt und schon hüpfend beim Ausgang steht. <BR /><BR />Einen Aal an die Leine zu nehmen, ist sicher leichter, als diesem schlängelnden, wedelnden, grunzenden „Wildschwein“, ja, ja, er grunzt aus Freude, das Halsband überzustreifen. Ich schwöre, wir haben mehr als einen Hundekurs besucht. ICH habe dabei viel gelernt, vor allem, dass ER unbelehrbar ist. <BR /><BR />Nun bin ich wirklich kein schadenfroher Mensch. Aber wenn er so in Schlangenlinien dahinzappelt, bis das nacheilende Frauchen nach Luft jappelt, kann es schon einmal passieren, dass er über die eigenen Pfoten stolpert und… auf die Schnauze fällt. „Siehst du, das kommt davon“, japse ich dann kichernd, weil es Situationskomik pur ist, und er sich auch nie wehtut. <BR /><BR />Warum ich ausgerutscht bin, weiß ich nicht mehr so genau. Er war natürlich gleich zu Stelle, mit besorgtem Hundeblick. „Nichts passiert“, beschwichtige ich, stehe auf und gehe weiter, als wandelnder Schneemann. Was mich dabei leicht irritiert? Ich könnte schwören, ich habe den Setter lachen gehört…<BR />