„Da kann der gute Udo (Jürgens) noch so überzeugt trällern, dass mit 66 Jahren das Leben anfängt. Ich sage kurz und knapp: Mit 55 geht’s bergab!“ meint unser Geburtstagskind. <BR /><BR /><BR />Jetzt werde ich langsam aber sicher eine alte Schachtel. So dachte ich, als mir meine Lieben zur Feier des Tages eine kleine Schachtel mit goldigem Inhalt überreichten. Viele Wünsche und zu viele Gläschen später, hatte ich einen veritablen Geburtstagsblues samt gar nicht süffigem Gedanken, dass der Zahn der Zeit zunehmend unbarmherzig an mir nagt. <BR />Da kann der gute Udo (Jürgens) noch so überzeugt trällern, dass mit 66 Jahren das Leben anfängt. Ich sage kurz und knapp: Mit 55 geht’s bergab! <BR /><BR />Nein, nein, das mit dem Haare färben lasse ich sein! So behauptete ich felsenfest, nachdem ich zunehmend ergraute, wovor mir zunehmend graute. Die „erhellende“ Erkenntnis in Form von Wasserstoffperoxid ließ meine Überzeugung alt aussehen, und mich blitzschnell von der Brünetten zur Blondine mutieren. Soviel zum Thema Akzeptanz.<BR /><BR /> Ausstrahlung? Natürlich geht es darum! Generell und ganz speziell, wenn die Fassade bröckelt und sich Rostflecken unter dem Glanzlack zeigen. Dann kann man entweder einen aussichtslosen Kampf gegen das Unvermeidliche führen, oder die welkende Hülle mit erblühender Weisheit kompensieren. Wahre Schönheit kommt nun einmal von innen!<BR /><BR /> Nur… So leicht wie gedacht ist das nicht mit dem Strahlen, wenn die Augen (statt der auch nicht mehr so schlanken Finger) Ringe tragen und dunkelrote Krähenfüße am blassen Selbstbewusstsein „kratzen“, das sich ebenfalls in Falten legt. <BR /><BR />Also badete ich an meinem Geburtstag nicht in prickelndem Champagner, sondern in triefendem Selbstmitleid und nahm Abschied von, von, von… Jugend? Attraktivität? Lebenslust und Temperament? Nur weil ich nicht mehr aussehe wie mit 20? DAS steht mir nun wirklich nicht gut zu Gesicht! <BR /><BR />Und jetzt gehe ich feiern! Weil ich so viel habe, wofür ich dankbar sein muss und es zumeist ja auch bin. Sofern ich mich nicht zur alten Schachtel mache, sondern als Liebhaberstück sehe, das nicht alt wird, sondern kostbar. <BR />