Dienstag, 17. Mai 2016

„Wenn eine Muslimin ein Kopftuch tragen will, muss sie das tun können“

Papst Franziskus hat sich gegen ein Kopftuchverbot ausgesprochen.

Foto: © LaPresse

„Wenn eine muslimische Frau ein Kopftuch tragen will, muss sie das tun können, ebenso wie ein Katholik, der ein Kreuz tragen will“, sagte er laut Kathpress in einem Interview der französischen Tageszeitung „La Croix“ (Montag). Zugleich betonte der Papst, dass Europa nicht nur eine christliche Wurzel habe.

Es gebe viele Wurzeln. Wenn die Rede vom christlichen Europa sei, fürchte er, dass der Ton, „triumphalistisch oder rachsüchtig“ sein könne.

Europa habe zweifellos christliche Wurzeln und das Christentum habe die Pflicht sie zu bewässern. Dies dürfe jedoch nicht in kolonialistischer Manier erfolgen. Nötig sei ein Geist des Dienens, wie er in einer Fußwaschung zum Ausdruck komme: „Die Pflicht des Christentums gegenüber Europa ist der Dienst.“

Jeder müsse die Freiheit haben, seinen Glauben zum Ausdruck bringen zu können, sagte der Papst mit Blick auf das Kopftuchverbot in Frankreich. Dies müsse auch im kulturellen Zentrum erlaubt sein und nicht nur am Rand der Gesellschaft.

apa

stol