<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Vielleicht kennen Sie das: Sie stehen morgens auf und schon beim ersten Gedanken an den Tag fühlen Sie sich erschöpft. Zwar spüren Sie keine Schmerzen und Ihr Körper ist durchaus in Form, doch in Ihrem Inneren dominiert eine unerklärliche Müdigkeit. <BR /><BR />Dinge, die Ihnen früher einmal Freude bereitet haben, laufen nur noch nebenher, während sich Ihr Leben immer mehr um Termine und Verpflichtungen dreht, die Ihnen Energie rauben. Und das in einem wenig förderlichen Umfeld. Entscheidungen werden fast ausschließlich danach getroffen, was sinnvoll, notwendig und von anderen erwartet wird. Die Frage, ob sich das alles noch richtig anfühlt, ist hingegen fehl am Platz.<BR /><BR />Wenn Sie sich bis hierhin wiedergefunden haben und beim Lesen möglicherweise sogar zweimal schlucken mussten, seien Sie beruhigt: Sie sind keineswegs allein. Und auch verhindern hätten Sie das Dilemma höchstwahrscheinlich nicht können. Denn das Heimtückische an der ganzen Sache ist, dass sich dieser Zustand selten von heute auf morgen einstellt, sondern sich schleichend entwickelt. <BR /><BR />Wir passen uns hier etwas an, übernehmen da eine wenig erfüllende Rolle, lernen zu funktionieren und entfernen uns dabei Schritt für Schritt von uns selbst. Schlicht und einfach, weil wir im Alltag verlernen, auf jene Stimme zu hören, die uns den Weg weisen und uns zeigen möchte, welche Richtung es einzuschlagen gilt – so lange, bis irgendwann die ernüchternde Erkenntnis auftaucht, im Grunde genommen gegen die eigenen Überzeugungen zu leben. <h3> Was uns lenkt</h3>Und genau an diesem Punkt wird plötzlich etwas relevant, was wir selten bewusst wahrnehmen oder hinterfragen, was aber gleichzeitig unser gesamtes Dasein lenkt und bestimmt: unsere Werte. Sie zu definieren und zu beschreiben, fällt mitunter ziemlich schwer. In der Philosophie bezeichnet der Begriff etwas Übergeordnetes, zu dem man sich anerkennend, verehrend oder gar strebend verhalten kann.<BR /><BR /> Etwas also, das uns als eine Art Leitlinie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens dient. Werte beeinflussen, wie wir Beziehungen gestalten, welche Entscheidungen wir treffen und wodurch wir uns erfüllt fühlen. Ihrer gewahr werden wir jedoch oft erst dann, wenn sie verletzt werden und wir eben dieses diffuse Gefühl verspüren, dass irgendetwas nicht (mehr) stimmt. <BR /><BR />Denn sobald ein Mensch, der sich eigentlich nach Freiheit und Selbstbestimmung sehnt, gezwungen wird, über einen längeren Zeitraum hinweg nur noch Erwartungen anderer zu erfüllen, wird es problematisch. Ebenso wie wenn harmoniebedürftige Personen jahrelang über Leistung definiert werden und sich einem erbitterten Konkurrenzkampf aussetzen müssen. <BR /><BR />In solchen Fällen ist es nicht weiter verwunderlich, wenn sich Erschöpfung, Gereiztheit und Unzufriedenheit mehr und mehr bemerkbar machen. Auf einmal sind sie da und bleiben, bis wir bewusst zu hinterfragen beginnen. Und genau deshalb sehen wir uns das Thema Werte in den nächsten Wochen etwas genauer an. <BR /><h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.