Aus kirchenrechtlicher Sicht ist die Sache klar: Wer sich nicht an das päpstliche Verbot der Frauenweihe hält, wird mit Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft – besonders von den Sakramenten – bestraft. So ließen sich 7 Frauen am 29. Juni 2002 auf einem Schiff auf der Donau zu Priesterinnen weihen. Die Reaktion der Obrigkeit ließ nicht lange auf sich warten: Die Exkommunikation war die Folge.<BR /><BR />Auf den Spuren dieser Rebellinnen wandelt zum Beispiel Martha Heizer (77), die bis zu ihrer Pensionierung Religionspädagogik an der Universität Innsbruck lehrte und in ihrem Privathaus in Absam auch „Messen“ feiert, ohne Priester. Lange Zeit gab es in ihrem Gebetskreis einen Geistlichen, mit dem sie Eucharistie feierten, erzählt Heizer. Nach seinem Tod sei eine spirituelle Lücke entstanden. Zuerst habe man „eucharistie-ähnliche“ Formen probiert. Nach einiger Zeit hätte sich die Runde dann aber gefragt, wer sie eigentlich abhalten könne, selbst die hl. Messe zu feiern – und es dann einfach getan. <BR /><BR />Seitdem teilt ihr Gebetskreis regelmäßig Brot und Wein und bittet, dass der Heilige Geist die Gaben wandle. Auch sonst halten sie sich an den Messablauf, denn die Tradition der Liturgie sei ihr lieb und teuer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1004354_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Im Jahr 2014 wurde Martha Heizer (<b>im Bild oben</b>) exkommuniziert. Nun darf sie offiziell keine Sakramente mehr empfangen – verwehrt wurde ihr die Kommunion aber noch nie, sagt sie dem Portal katholisch.de. Auch eine kirchliche Beerdigung gebe es für sie nicht. „Aber da haben sich schon befreundete Priester bereit erklärt“, fügt sie entspannt hinzu.<BR /><BR />Hinter vorgehaltener Hand sprechen viele Frauen aus Verbänden und Orden über Eucharistiefeiern, die sie ohne Priester feiern, berichtet die kirchliche Webseite. Doch sich offen dazu zu bekennen, kommt für die meisten kaum in Frage – zu groß ist die Angst vor Sanktionen.<h3> „Bin nicht so ungeduldig“</h3>Für die Weihe von Frauen tritt auch die Benediktinerin <b>Philippa Rath</b><b>(Bild unten)</b> aus der Abtei St. Hildegard bei Rüdesheim ein. Dennoch kommt es für sie nicht in Frage, Liturgien und Sakramente ohne Erlaubnis zu feiern. „Ich bin katholisch und möchte es auch bleiben“, sagt sie. Reformen müssten innerhalb der Kirche passieren. „Ich bin nicht so ungeduldig, dass alles übermorgen passieren muss, aber ich setze all meine Kräfte ein, damit Reformen nicht mehr zu lange auf sich warten lassen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1004357_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Dass es auch ohne Priester geht, merkt die Ordensfrau bei vielen Gästen in ihrem Gästehaus. Für diese sei es wichtig, eine vertraute Gesprächspartnerin zu haben, die ihnen zuhört und sie begleitet, berichtet Rath.<BR /> Gewandelte Bedürfnisse, fehlende Priester und Kreativität sind auch die Zutaten, aus denen die Benediktinerinnen im Kloster Fahr in der Schweiz ihren Glaubensalltag bestreiten. „In den vergangenen Jahren haben wir viele verschiedene Feier-Formen mit Zeichenhandlung entwickelt“, erzählt Priorin Irene Gassmann.<BR />Weil es seit einigen Jahren in dem Kloster keinen Hausgeistlichen mehr gibt, suchten die Nonnen nach einem Weg, trotzdem täglich die Kommunion zu empfangen. Sie tun das, in dem sie sich beim Mittagsgebet zu einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung versammeln. <h3> Stärkungsfeier mit Ringelblumensalbe</h3>Wie katholisch.de berichtet, ist Gassmann auf eine weitere Feier in ihrem Kloster besonders stolz: die Stärkungsgottesdienste. Früher feierte der Konvent einmal im Jahr mit dem Priester das Sakrament der Krankensalbung als Zeichen der Stärkung in Alter und Krankheit. „In Zusammenarbeit mit zwei Theologinnen entwickelten wir eine neue Feier-Form“, sagt Gassmann. Nach Tauferneuerung, Glaubensbekenntnis, Wortverkündigung und -auslegung folgt eine Zeichenhandlung als Stärkung: „Mit hausgemachter Ringelblumensalbe, über die wir den Segen gesprochen haben, zeichne ich jeder Schwester ein Kreuz auf die Handfläche mit der Zusage: 'Kraft und Stärke'“, sagt Gassmann.<BR />