Montag, 16. November 2015

Wenn Vergangenheit auf Gegenwart trifft

Musik begeistert und ist ansteckend – dieser Tatsache wurde das Cäciliakonzert 2015 der Musikkapelle Sexten allemal gerecht. Denn nicht nur den 55 Musikantinnen und Musikanten mit ihrer jungen Kapellmeisterin Stefanie Watschinger stand die Freude an der Blasmusik ins Gesicht geschrieben. 500 Besucher – viele aus dem Pustertal diesseits und jenseits der Grenze - erlebten eine intonierte Zeitreise, deren Rythmen sie am Schluss zum Mitklatschen hinreißen ließ.

Minutenlanger Applaus für die junge Kapellmeisterin Stefanie Watschinger, den am Ende nicht nur die 500 Zuhörer zollten, sondern auch die Musikanten selbst
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Minutenlanger Applaus für die junge Kapellmeisterin Stefanie Watschinger, den am Ende nicht nur die 500 Zuhörer zollten, sondern auch die Musikanten selbst

Die Sitzplätze im Kongreßzentrum Haus Sexten konnten den Ansturm der Zuhörer nicht fassen, als Karl Lanzinger, der Obmann der Musikkapelle Sexten das alle zwei Jahre stattfindende Cäciliakonzert eröffnete. „Wir blicken heute auf die Ereignisse vor 100 Jahren zurück, die Sexten verändert haben“ so Lanzinger, „daher steht unser Konzertprogramm unter dem Motto „Vergangenheit trifft Gegenwart“.

Erstmals bestieg die junge Kapellmeisterin Stefanie Watschinger das Dirigentenpult, dessen Taktstock sie vor eineinhalb Jahren von ihrem Vater Alfred „vererbt“ bekommen hatte.

Nach dem Eröffnungswerk, einer Concert Fanfare von Kees Vlak führte die Zeitreise zur „Czardasfürstin“, einer Operette von Emmerich Kalman, die von Hannes Tschurtschenthaler stimmgewaltig vorgetragen wurde.

Mit humorvollen Pointen führte Toni Taschler durch den Abend und spickte seine Ausführungen immer wieder mit echten Sextner Dialektbrocken. Es ging weiter über „España“ zum Planeten Jupiter. Mit dem Stück „Of time and change“ wurden sechs Jungmusiker, vier Mädchen und zwei Buben, offiziell in die Musikkapelle aufgenommen und durften erstmals mitspielen. Es folgten fünf litauische Volksmelodien, bevor das Filmmusikmedley des Kultstreifens „Bond – James Bond“ die Zuhörer vor Bewunderung erstaunen ließ.

Höhepunkt des gelungenen Konzertereignisses  war freilich die Uraufführung der Böhmischen Polka „Gedanken“ des Sextners Klaus Tschurtschenthaler. Der dazugehörige Text stammt aus der Feder seiner Tochter Lisa, und wurde auch gesanglich von ihr und Obmann Karl Lanzinger vorgetragen.

Das Cäciliakonzert der Musikkapelle Sexten bot somit wohl keinen passenderen Rahmen, als einen Musikanten der Kapelle für seine jahrzehntelange Treue zu ehren. Valentin Innerkofler wurde für 40-jährige Mitgliedschaft das Verbandsehrenzeichen in Gold verliehen. Die Ehrung nahm VSM-Bezirkskassier Luis Winkler vor.

Minutenlanger Applaus war schließlich das Honarar der Konzertbesucher an die „Stars auf der Bühne“ und ihre einfühlsame Leiterin Stefanie Watschinger, die ihren Premierenauftritt souverän meisterte.

Christian Tschurtschenthaler, Sexten

stol