Dienstag, 10. Mai 2016

Wer wird neuer Kanzler? Diese Namen fallen immer wieder

Österreichs Sozialdemokraten setzen bei ihrer Suche nach einem neuen Vorsitzenden auf Manager. Es werden drei Namen aus der Wirtschaft genannt, die der Arbeiterpartei aus der Krise helfen sollen.

Werner Faymann tritt von all seinen Ämter zurück. Ihm fehlt der Rückhalt der Partei, sagt er.
Werner Faymann tritt von all seinen Ämter zurück. Ihm fehlt der Rückhalt der Partei, sagt er. - Foto: © APA/AFP

Nach dem Rücktritt des österreichischen Bundeskanzlers und SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann (56) sind die Sozialdemokraten auf der Suche nach dem neunten Parteichef ihrer Geschichte. Drei Managern werden dabei die besten Chancen eingeräumt:

CHRISTIAN KERN

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Christian Kern - Foto: APA

 

Der Chef der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB, Christian Kern, gilt schon lange als möglicher Kandidat für einen Neuanfang an der Spitze der SPÖ. Der 50-jährige sei pragmatisch und sehr modern, heißt es. Der gebürtige Wiener wurde in der SPÖ groß, hat aber auch Erfahrung in der Wirtschaft nachzuweisen. Manche Beobachter fragen jedoch, ob der smarte Manager, dessen Anzug immer perfekt sitzt, nicht etwas zu abgehoben für eine Arbeiterpartei sein könnte.

In der Flüchtlingskrise konnte Kern jedenfalls viele Sympathiepunkte sammeln: Bei der Versorgung und dem Transport Tausender Flüchtlinge übernahm die ÖBB eine führende Rolle. Kern machte sich selbst am stark betroffenen Wiener Hauptbahnhof nahezu täglich ein Bild davon.

GERHARD ZEILER

Gerhard Zeiler - Foto: APA

 

Der 60-jährige TV-Manager Gerhard Zeiler ist bestens im Polit- und Mediendschungel vernetzt – und zwar international. Der Sozialdemokrat war einst mit Unterstützung der Partei zum ORF-Generalintendanten aufgestiegen, wechselte dann nach Deutschland und kam bis in die Führungsebene von RTL. Seit 2012 ist er bei der „Turner Broadcasting System International“ und lenkt von London aus über 160 TV-Kanäle und rund 3800 Mitarbeiter mit einem Umsatz von zwei Milliarden Dollar.

Der gebürtige Wiener brachte sich selbst immer wieder als möglichen Thronfolger Faymanns ins Spiel. „Ich wäre bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Zeiler dem „Kurier“ über seine Ambitionen.

BRIGITTE EDERER

Brigitte Ederer - Foto: Siemens

 

Heimische Medien bezeichnen die 60-jährige Brigitte Ederer gerne als „Österreichs Angela Merkel“. Als ehemalige Europa-Staatssekretärin der SPÖ war sie maßgeblich an den EU-Beitrittsverhandlungen der Alpenrepublik beteiligt. Nach ihrer Zeit in der Partei machte sie steile Karriere in der Privatwirtschaft. Sie war jahrelang im Vorstand von Siemens. Schon lange gilt die 60-Jährige als mögliche Kompromisskandidatin der Partei. Die eher spröde wirkende Ederer schloss bisher eine Rückkehr in die Politik aber immer aus.

dpa

stol