Sonntag, 18. Februar 2018

Wichtig für die Sicherheit: Die Ausrüstung

Beim „Service-Checkpoint“ der Berufsgemeinschaft für Sportgrätetechniker im LVH werden Bindungen und Skier auf Funktion, Einstellung und Präparation überprüft.

Bildnachweis: ©Leading Ski Service
Bildnachweis: ©Leading Ski Service

Das rege Interesse  am Thema Sicherheit und Ausrüstung im Wintersport zeigt,  dass bei den Skisportlern/-innen diesbezüglich ein großer Nachholbedarf besteht. Auch die Tatsache, dass kaum jemand weiß, dass der Einstellwert auf der Bindung keinesfalls das Körpergewicht ist, sondern ein zu errechnender Zahlenwert aus Skischuhsohlenlänge, Körpergröße, Körpergewicht, Fahrkönnen und Alter, unterstreicht die Wichtigkeit der Kampagne. Diese Unwissenheit ist auch einer der Gründe, warum sehr viele Bindungen falsch eingestellt sind. Manche lösen zu leicht aus und  können den Skisportler in große Schwierigkeiten bringen. Im umgekehrten Fall ist es ebenso problematisch und gefährlich,  wenn Bindungen bei einem Sturz gar nicht oder zu spät auslösen.

Die Tatsache, dass viele Bindungen nicht korrekt funktionieren, bedeutet automatisch,   dass der eingestellte Zahlenwert vom korrekten Auslösewert abweicht.  Es wäre deshalb wichtig, die Funktionseinheit Ski – Bindung –  Schuhe  mit einem elektronischen Bindungsfunktionsprüfgerät in einer qualifizierten Skiservice-Fachwerkstatt auf die korrekte Funktion und Einstellung überprüfen zu lassen – regelmäßig mindestens alle ein bis zwei Jahre  oder aber wenn Ski oder Schuhe gewechselt werden.  Ein großes Sicherheitsrisiko ist auch der  mitunter schlechte Zustand der Ski. Grund dafür ist, dass viele Hobbysportler die Ski sehr selten schleifen lassen oder aber  glauben, mit einem Fünf-Minuten-Service für 20 Euro eine gute Servicearbeit zu bekommen. Ratsam wäre es demgegenüber, das Sportgerät nach spätestens zehn bis 15 Skitagen in einem Skiservice mit ausgebildeten Skiservicetechnikern neu präparieren zu lassen.

Ein qualifizierter Skiservicetechniker macht eine kurze Ski-Zustandsanalyse, hat auch einige Fragen zur individuellen Feinabstimmung und bereitet dann eine detaillierte Aufstellung der individuellen Kosten und Arbeiten vor, die am Ski gemacht werden müssen/sollten.  Für einen guten Skiservice sind mindestens 15 bis 30 Minuten erforderlich. Eine professionelle Arbeit   ist deshalb häufig erst für den nächsten Morgen möglich. Das vielfach von den Kunden verlangte „Kanten schleifen und wachsen“ verbessert in den seltensten Fällen die Fahreigenschaften der Sportgeräte und macht deshalb kaum Sinn.  Es gibt seit einigen Jahren in Südtirol auch ein Qualitätssiegel für Skiservice und Verleihbetriebe („Leading Ski Service“), das für höchste Qualität bei Skiservice, Verleihmaterial und Qualifikation der Mitarbeiter/-innen bürgt. Informationen im Internet: www.leadingskiservice.eu. Die Empfehlung der Fachleute bezüglich Prävention und Sicherheit: Eine richtig eingestellte und regelmäßig gut gewartete technische Ausrüstung ist das Fundament für sicheren Spaß beim Wintersport und hat auch seinen Wert. Hierbei zu sparen, ist sicherlich die falsche Entscheidung.

stol