„Es ist nicht einfach“, sagt er. „Wir haben deshalb auch mehrere Standbeine – und so wird es auch bleiben.“ Ein Betriebszweig ist die Hofkäserei, in der das Paar das „weiße Gold“ seiner Kühe erfolgreich veredelt.<BR /><b><BR />Von Florian Mair<BR /></b><BR />Der Lohn für den Fleiß ist eindrucksvoll: Bei der renommierten Käsemesse „Caseus Italy“ wurde der Schnittkäse „Schipfl“ 2019 und 2020 sowie durchgehend von 2022 bis 2025 jeweils mit dem ersten Rang ausgezeichnet. Und mit dem Hauserhof-Camembert erreichten Tribus und Schuster 2024 den dritten Rang und im Vorjahr Platz eins. Auch bei der Prämierung der Südtiroler Hofkäsereien 2025 überzeugte der Betrieb: In der Kategorie Frischkäse ging der Sieg nach Vellau.<h3> Strenge Hygienevorgaben und eine überschaubare Ausbeute</h3>Am Hauserhof wird seit 2010 gekäst; ab 2012 erfolgt die gesamte Milchverarbeitung im eigenen Betrieb – meist im Zweitages-Rhythmus. „Produktion und Vertrieb liegen in unseren Händen“, sagt Tribus ( <a href="https://www.stol.it/video/media/weisses-gold-mit-erfolg-selbst-veredeln" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Das STOL-Video zur Käseproduktion auf dem Hauserhof finden Sie hier</a>). Was der Konsument nicht sehe: strenge Hygienevorgaben und eine überschaubare Ausbeute – beim Schnittkäse geringer, beim Weich- und Frischkäse etwas höher. Um wirtschaftlich bestehen zu können, setzt die Familie Tribus-Schuster deshalb auch auf Ferienwohnungen und will sich im Tourismus weiterentwickeln. Zudem produziert man Speck, Salami und Kaminwurzen. „Ich bin beim Schlachten der Tiere bis zum letzten Moment dabei, weil mir das Tierwohl wichtig ist“, erklärt Tribus. „Und wenn wir unsere Produkte essen, dann speisen wir besser als der Papst, denn wir wissen, woher sie kommen.“<BR /><BR />Seine Lebenspartnerin Beate Schuster stammt aus Bayern und fand zufällig ihren Weg nach Vellau. Während eines Aufenthalts auf einer Alm lernte sie Tribus kennen. Doch zunächst zog es sie weiter in die Welt: Berufliche Stationen führten sie nach China und Mexiko, später pendelte sie jahrelang zwischen ihrer Arbeit im Personalwesen in Deutschland und dem Hauserhof. „Freitags fuhr ich her, sonntags oder montags wieder zurück – ich weiß selbst nicht, wie ich das geschafft habe“, sagt sie. Vor einigen Jahren ist Schuster in Vellau sesshaft geworden. Komplett macht das Familienglück die vierjährige Tochter Theresia.<BR /><BR />„Am meisten Spaß macht mir, dass man am Hof von Anfang bis Ende für alles verantwortlich ist – das ist die größte Herausforderung und zugleich das Schönste“, sagt Schuster. „Nur mit dem Traktor fahre ich nicht.“ Auch die Büroarbeit gehört dazu: „Als kleiner Hof hat man denselben Aufwand wie ein großer.“