Ende Jänner war eine Kundin aus Deutschland in Pirchers Geschäft im Tubris-Zentrum von Sand in Taufers. Ihren Einkauf im Wert von 241,40 Euro hat sie an der Kassa mit ihrer Bankomat-Karte bezahlt, und der Bezahlvorgang verlief, auf den ersten Blick, so wie Hunderte andere auch.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1002407_image" /></div> <BR />Als die Frau – wieder zurück in Deutschland – ihre Jänner-Abrechnung kontrolliert hat, bemerkte sie, dass dieser Einkauf in Südtirol nicht abgebucht war. Vorige Woche bekam Pircher dann eine E-Mail der Kundin, in der sie ihn, sich entschuldigend, um seine Bankdaten bat, damit sie den Betrag des damaligen Einkaufs überweisen könne. „Wir haben damals den Fehlbetrag gemerkt und auch gesucht. Man müsste aber eine detaillierte Liste mit allen Bankomat-Zahlungen auslesen – und das sind einfach zu viele. Außerdem passieren solche Fehler sehr selten“, sagt Pircher.<h3> Ein Lob für die Kundschaft</h3>Überhaupt stellt der Kaufmann seinen Kunden ein gutes Zeugnis aus. Zwar sei auch er immer wieder mit Ladendieben konfrontiert. „Es kommt aber regelmäßig vor, dass Kunden sich entschuldigend zurückkommen, weil sie während des Einkaufs eine Ware irgendwo verstaut und bei der Kassa dann ungewollt nicht vorgezeigt haben. Ähnlich verhält es sich auch, wenn einmal zu viel Restgeld herausgegeben wird.“<BR /><BR />Alle Ladendiebe, die er bisher ertappt habe, hätten jedenfalls, so habe er den Eindruck gewinnen können, nicht aus „Armut“ gestohlen, sondern wegen des „Kicks“.<BR /><BR />Im Fall der deutschen Kundin musste diese, damit sie den Fehler des Bankomatgeräts nun korrigieren konnte, ihre Zahlungen kontrollieren, feststellen, dass der Betrag nicht abgebucht war, im Internet die E-Mail-Adresse des Tauferer Geschäfts suchen und dieses anschreiben. Diese Ehrlichkeit habe ihn im positiven Sinne sprachlos gemacht, sagt Pircher.