<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Es gibt immer wieder Hundetrainer, die mit längst überholten Methoden arbeiten. In manchen Hundeschulen wird sogar Gewalt angewandt oder es werden schmerzhafte Hilfsmittel wie Stromreizgeräte und Stachelhalsbänder eingesetzt. Auch starkes Würgen, Leinenrucke, Anschreien oder körperliches Bedrängen haben in einem tierschutzgerechten Training nichts verloren. Daher ist es wichtig, von solchen Hundeschulen Abstand zu halten. <BR /><BR />Aber wie findet man den richtigen Hundetrainer für sich und seinen Vierbeiner? Grundsätzlich gilt immer: Man sollte auf sein Bauchgefühl hören. Hat man ein schlechtes Gefühl, sollte man die Zusammenarbeit ohne schlechtes Gewissen abbrechen. <BR /><BR />Die Kriterien An oberster Stelle stehen eine Ausbildung, praktische Erfahrung und Fortbildungen. Man sollte sich unbedingt Zertifikate zeigen lassen. Das ist allerdings noch kein Qualitätsbeweis, da sich die verschiedenen Ausbildungen deutlich unterscheiden können.<BR /><BR />Vor dem Training findet idealerweise ein Beratungsgespräch oder eine Probestunde statt. Dabei werden Fragen zur Vorgeschichte, zum Alltag und zu Problemen gestellt sowie die Lernmethoden erklärt. Es ist wichtig, dass diese zu den persönlichen Werten und zum Hund passen und dass respektvoll mit Hund und Mensch umgegangen wird.<BR /><BR />Gute Hundetrainer bieten neben Gruppenkursen auch Einzelbetreuung an und erklären nicht nur, was getan werden soll, sondern auch, warum. Sie arbeiten überwiegend mit positiver Verstärkung und nicht mit Strafen oder Einschüchterungen. Positive Verstärkung bedeutet, dass das erwünschte Verhalten durch Leckerlis, Lob oder eine Spieleinheit belohnt wird, sodass der Hund das Verhalten in Zukunft öfter zeigt. <h3> Das Hundetraining</h3>Beim Training selbst ist es wichtig, dass man das, was der Trainer erklärt, auch versteht. Besser, man fragt immer wieder mal nach, als dass einem etwas unklar ist oder nicht einleuchtet. Nach dem Training sollte der Hundehalter wissen, was er bis zum nächsten Termin üben kann, und der Trainer steht für telefonische Fragen bereit.<BR /><BR />Wird mit verbotenen oder schmerzhaften Erziehungsmitteln gearbeitet, sollte man sofort abbrechen und den Trainer wechseln. Das gilt auch, wenn man das Gefühl hat, dass das Training dem Hund schadet, laut geschrien oder ruckartig an der Leine gezogen wird. Oder wenn sich der Hund duckt, erstarrt oder sichtbar eingeschüchtert ist. Wichtig: Bereits eine solche Trainingseinheit kann viel Vertrauen zerstören.<BR /><BR />Einschüchtern und physische Gewalt haben in der Hundeerziehung nichts verloren, denn sie zerstören unweigerlich die Bindung und das Vertrauen in der Mensch-Hund-Beziehung. Mit der Zeit kann der Vierbeiner sogar Angst oder aggressives Abwehrverhalten gegenüber Menschen entwickeln. <h3> Der Hund macht nicht einfach, was er will</h3>Wenn ein Hund ein Kommando oder Signal nicht befolgt oder etwas tut, was er nicht tun soll, macht er das nicht aus Böswilligkeit. Es kann sein, dass er nicht verstanden hat, was von ihm verlangt wird, dass er das Verhalten noch nicht gelernt hat, dass die Ablenkung zu groß ist oder dass sich das unerwünschte Verhalten für ihn lohnt.<BR /><BR />Statt zu strafen, sollte man an sich und seinen Signalen arbeiten und dem Hund die Chance geben, das erwünschte Verhalten zunächst in einer einfachen Situation zu erlernen und dann unter Ablenkung zu üben.<BR /><BR />Viele Hundehalter machen häufig den Fehler, erst zu reagieren, wenn der Hund schon etwas falsch gemacht hat. Besser wäre es, dem Hund vorher zu sagen, was er tun kann.<BR /><BR />Wird der Hund zum Beispiel dafür bestraft, wenn er Unrat frisst, wird er dies in diesem Augenblick unterbinden. Hat er aber die Möglichkeit, Unrat zu fressen, weil der Mensch nicht aufpasst oder zu weit weg ist, lernt er, dass er durch Abstand zu seinem Menschen sein Ziel erreicht.