Maria und Josef Premstaller vom Krösshof in Durnholz sind aufgewachsen Anfang der 1950-er Jahre. Sie erzählen von einer Zeit, als religiöses und bäuerliches Brauchtum zu Ostern noch eine große Rolle spielte. <BR /><BR />„Zu Ostern stand vor allem das Religiöse im Vordergrund, und so waren die Tage vor dem eigentlichen Fest geprägt von vielen Kirchenbesuchen“, erzählt Bäuerin Maria Premstaller. <BR /><BR />Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag, wie selbstverständlich gingen da praktisch fast alle Durnholzer in die Kirche. Auch für die Schulkinder und sogar für kleinere Kinder war der Kirchenbesuch ein absolutes Muss, genauso wie das Tragen der Sarner Tracht. Die teilweise weiten Wege wurden zu Fuß zurückgelegt, oft auch noch bei Schnee. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="758249_image" /></div> <BR />Pflicht war es auch, zur Osterbeichte zu gehen. Diese war genau nach Ständen eingeteilt: Am Schwarzmontag – 14 Tage vor Ostern – gingen alle ledigen Frauen und Männer zur Beichte. Am 19. März, am Tag des Heiligen Josef, waren dann alle Verheirateten an der Reihe und die Kinder schließlich beichteten am Tag vor dem Weißsonntag.<BR /><BR />Die Ostereier wurden traditionell am Gründonnerstag gefärbt. „Es gab bereits Eierfarben, aber nur drei verschiedene: rote, blaue und grüne“, erinnert sich Maria. „Es wurden immer viele Eier gefärbt, denn am Ostermontag gingen die jungen Männer von Hof zu Hof und baten die Mädchen um ein Osterei“, fügt ihr Mann Josef hinzu. Man habe sich gefreut, wenn man viele bekommen habe. Und einige habe man auch schon auf dem Heimweg gegessen. Für den eigenen Freund oder Verehrer haben die jungen Frauen die Eier oft auch verziert und mit einem Spruch oder einer Masche versehen. <h3> Ein besonderes Trachtentuch</h3>Am Karfreitag war strenger Fasttag. Es durfte auf keinen Fall Fleisch gegessen werden. Es läuteten – genauso wie heute – keine Kirchenglocken, dafür gab es die „Korfreiteschnottr“, die sogenannte Ratsche. Gefastet wurde noch bis zum späten Nachmittag des Karsamstags. „Beim Auferstehungsgottesdienst am Abend führten die Frauen gerne ihre schönsten „bairischen Tiechlar“ aus“, schmunzelt Maria. Manchmal seien sogar eigens dafür neue gekauft worden und man war immer gespannt, wer ein besonderes Trachtentuch trug.<BR /><BR />Den Brauch des Osterhasen gab es damals noch nicht, umso mehr freuten sich die Kinder auf das Patengeschenk. Da war es Brauch, 3 gefärbte Eier zu verschenken. Dazu gab es noch ein paar Süßigkeiten und Stoff, um Kleidung zu nähen oder ein Trachtentuch. Vielfach wurde das Patengeschenk einfach beim Kirchgang übergeben.<BR /><BR />Am Ostersonntag ging man im Festtagsgewand mit den Osterspeisen zur Messe. Zur Weihe wurden Ostereier, Geselchtes, Speck, Germbrot und eine frisch gegrabene Krenwurzel mitgebracht. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="758252_image" /></div> <BR />Diese Speisen kamen dann am Ostersonntag zum Halbmittag auf den Tisch, und jeder sollte von den geweihten Speisen essen. Zu Mittag gab es Knödel und Fleisch. <BR /><BR />„Wir haben uns immer auf Ostern gefreut, bedeutete es nach der 40-tägigen Fastenzeit wieder mehr Abwechslung und Unterhaltung“, sagen die Eheleute. „Am Ostermontag gab es am Abend immer einen Ball, abwechselnd auf verschiedenen Höfen“, erzählt Josef. „Da wurde mit der Ziehharmonika gespielt und getanzt“, sagt Maria. Und darauf habe man sich schon sehr gefreut.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53831464_gallery" />