Sonntag, 11. März 2018

Wie gut höre ich wirklich?

„Ich höre noch gut, verstehe aber schlecht“, ist eine vielgehörte Aussage von Menschen mit Hörminderung. Warum viele Betroffene ihren Hörverlust nicht wahrnehmen, aber dennoch etwas dagegen unternehmen sollten, erklärt Hörexperte Roland Zelger.

Warum sind viele Hörgeminderte davon überzeugt, dass sie noch gut hören?

Roland Zelger: „Schwerhörigkeit entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend, sodass sich die Betroffenen an das nachlassende Hören gewöhnen. Hinzu kommt, dass viele Menschen mit anfänglichen Hörbeeinträchtigungen kaum Einschränkungen beim Lautheitsempfinden haben und in vielen Fällen sogar leise Geräusche noch wahrnehmen. Zwischen Hören und Verstehen besteht aber ein Unterschied.“

In welchen Hörsituationen speziell treten Verstehprobleme auf?

„Probleme beim Verstehen ergeben sich vor allem in geräuschvoller Umgebung oder wenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen, wie im Café, im Restaurant oder im Straßenverkehr. In diesen Umgebungen muss das Gehirn Sprache von anderen Geräuschen trennen. Für Menschen mit Hörproblemen ist diese Aufgabe kaum zu bewältigen, da verschiedene Funktionen des Gehörs, wie etwa das Erkennen von Sprache oder das Orten der Geräusche gestört sind.“

Wie unterstützen Hörsysteme das Sprachverstehen?

„Spezifische Funktionen im Hörsystem gleichen genau diese Defekte des Gehörs aus, indem zum Beispiel Hintergrundgeräusche abgedämpft, Sprache aber verstärkt und in den Feinheiten klarer und natürlicher wahrnehmbar gemacht werden. Besonders die Töne im hohen Frequenzbereich, die für die Verständlichkeit von Sprache ausschlaggebend sind, werden vom Hörsystem für den Nutzer hörbar gemacht und so natürlich wie möglich verstärkt.“ 

Infos bei Zelger Hörexperten, Tel. 800 835 825, www.zelger.it

stol