Die Zeiten, in denen bei uns in Südtirol die Wasserreserven endlos schienen, sind vorbei. Immer wieder sorgt anhaltende Trockenheit für Anspannung.<BR /><BR />Trinkwasser ist grundsätzlich viel zu schade und zu teuer, um es für die Bewässerung im Garten zu nutzen. Besser für den Geldbeutel, aber auch für die Pflanzen ist Regenwasser. Und das gibt es kostenlos. Doch leider fällt Regenwasser nicht genau dann vom Himmel, wenn es gerade gebraucht wird. Also muss man es sammeln und einen Vorrat anlegen. Der Klassiker ist die Regentonne am Haus. Dort sammelt sich das Wasser, das aus den Regenrinnen am Dach fließt.<BR /><BR />Hat die Regentonne einen Auslaufhahn, lässt sich ein Wasserschlauch anschließen. Mit einem Pumpensystem kann man auch entfernte Stellen im Garten erreichen und mit dem kostenlosen Regenwasser bewässern.<h3> An Deckel und Regendieb denken</h3>Wer keine grüne Kunststofftonne haben will, findet originelle Designs, die zum Blickfang im Garten werden – etwa Weinfässer oder Amphoren. Wichtig ist, auf die Regentonnen einen Deckel zu legen, damit keine Tiere hineinfallen oder viel Laub hineingerät. Auch Mückenlarven siedeln sich gern in Regentonnen an.<BR /><BR />Damit das Wasser bei lang anhaltendem oder sehr starkem Regen nicht überläuft, sollte ein sogenannter Regendieb zum Einsatz kommen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="909865_image" /></div> <BR /><BR /> Die Regenwassersammler, wie die „Regendiebe“ korrekt heißen, werden in die Fallrohre eingebaut. Bei Regen öffnet man deren Klappe und leitet das Wasser in eine bereitgestellte Tonne um – und schon steht es kostenlos bereit. Ist die Regentonne voll, schließt man den Regendieb, und der überschüssige Regen fließt statt in die Tonne in das Fallrohr. Von dort kann das Wasser in die Kanalisation abfließen oder im Boden versickern.<h3> Alternative für große Grundstücke</h3>Für größere Gärten genügt die Regentonne oft nicht mehr. Um hier genügend Wasser anzusammeln, ist eine Zisterne die Lösung – also ein großer Wasserbehälter, den man unterirdisch, beispielsweise unauffällig unter der Garagenzufahrt oder im Garten, verbauen kann.<BR />Zisternen gibt es in verschiedenen Größen. Sie beginnen mit einem Fassungsvermögen von 1000 bis 1500 Litern. Für die Bewässerung von 100Quadratmeter Fläche rechnet man mit einer Speichergröße von 1500 Litern.<BR /><BR />Welche Größe die Zisterne haben muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten Daten für die Berechnung sind: Größe der zu bewässernden Fläche, örtliche Niederschlagsmenge, Größe der Dachfläche, Anzahl der im Haus lebenden Personen und Dauer der Bewässerung oder die geplante Nutzung des Wassers im Haus.<BR />Fachleute empfehlen, die Zisterne lieber etwas größer planen, damit man sicher durch den Sommer kommt. Es kommt natürlich auch darauf an, wie intensiv ich das Regenwasser nutze. Benötige ich es nur ab und zu als Reserve in Trockenzeiten oder will ich damit das ganze Jahr über den englischen Rasen wässern?<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="909868_image" /></div> <BR /><h3> Regenwasser auch im Haus nutzen</h3>Regenwasser lässt sich nicht nur im Garten, sondern auch im Haushalt nutzen, überall dort, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist – etwa zum Putzen, für die WC-Spülung und Waschmaschine. Regenwasser kann im Idealfall im Haushalt bis zu 50 Prozent der benötigten Wassermenge ausmachen.<BR /><BR />Die Zisterne ist die Grundlage für eine Regenwassernutzungsanlage. Kommt Regenwasser im Haushalt zum Einsatz, muss es gut gereinigt werden. Der Regen von der Dachfläche wird über die Regenfallrohre durch einen Filter geleitet und fließt dann in die Zisterne. Um das Wasser aus den saubersten Schichten im Behälter zu entnehmen, wird der Entnahmeschlauch schwimmend verlegt.<BR /><BR />Wer Regenwasser im Haus nutzen will, braucht eine separate Regenwasserleitung. Wasser, das mit dem menschlichen Körper in Berührung kommt, muss dem hohen Standard der Trinkwasserverordnung entsprechen.<BR /><BR />Zwar kann man Regenwasser gut reinigen und filtern, doch Trinkwasserqualität erreicht es nicht. Am Ende bleibt es eben Regenwasser – und darf deshalb nicht zum Duschen, Baden oder Kochen verwendet werden.<h3> Gut für Umwelt und Geldbeutel</h3>Damit sich das Trinkwasser im Haus nicht mit Regenwasser vermischt, ist ein zweites Leitungssystem notwendig. Die Leitungen und Entnahmestellen für das Regenwasser müssen dabei klar gekennzeichnet sein, sodass es keine Verwechslungen geben kann. <BR />Regenwasser zu speichern und zu nutzen, lohnt sich immer – ökonomisch und ökologisch. Denn Trinkwasser ist teuer und für die Umwelt ist es sowieso das Beste, die Ressourcen zu nutzen, die uns von der Natur frei Haus geliefert werden. Außerdem wird durch die Regenwassernutzung auch die Kanalisation entlastet, da ein Teil des Regenwassers nicht in das Kanalnetz weitergeleitet wird. Das kann bei Starkregen Überflutungen verhindern.<BR /><BR />