Hermeline haben sich bestens an die einst schneereichen Winter in den Bergen angepasst. Mit ihrem weißen Winterfell waren sie vor ihren Feinden, vor allem Greifvögel, Eulen, Füchse und Dachse, gut geschützt. Doch wenn früher meist ab Oktober/November die Berge in weißer Pracht glänzten, sind mittlerweile bis in den Dezember hinein oft Erdfarben dominierend. <BR /><BR />Diese schneelosen Herbst- und Winterwochen sind für die weißen Hermeline äußerst gefährlich. Die weißgefärbten Wiesel sind dadurch für ihre Feinde nicht wie von der Natur beabsichtigt schlechter, sondern ausgesprochen gut zu sehen. Greifvögel, Eulen, Füchse und Dachse, aber auch die verwandten aber größeren Steinmarder, freut es. Die Hermeline natürlich nicht. <BR /><BR />Stellt sich die Frage, warum Hermeline trotz des fehlenden Schnees ihr weißes Winterfell bereits im Herbst erhalten. Diese verhängnisvolle Wandlung ist leicht erklärt. Der Wechsel von braunem auf weißes Fell ist laut Wissenschaftler nämlich nicht an die tatsächliche Farbgebung der Umgebung, sondern an die Länge des Tages gekoppelt. Werden die Tage kürzer, werden die Hermeline weiß. Egal ob Schnee liegt. Doch es kommt Rettung aus völlig unerwarteter Richtung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943519_image" /></div> <BR /><BR />Man kann keineswegs behaupten, dass Schneekanonen nicht großer Kritik ausgesetzt wären. Aber wie ein Sprichwort sagt, alles Schlechte hat auch seine guten Seiten. Für Schneekanonen gab es nun ein erstaunliches Lob aus den Reihen der Wissenschaft, genauer gesagt der Wildtierbiologie. <BR /><BR />Und dieses Lob betrifft vor allem Hermeline. Florian Bossert, Wildtierbiologe des bayrischen Landratsamtes Miesbach, berichtete letzten Winter von erstaunlichen Beobachtungen aus Tirol. Hermeline, die ihr Revier im Bereich von Schneekanonen haben, haben eine bessere Überlebenschance, da sie dort im Kunstschnee weniger von Feinden entdeckt werden. Wer hätte das gedacht, Schneekanonen als Lebensretter des Hermelins.<h3> Das bizarre Steinchen-Problem</h3>Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hermelins beträgt im Regelfall 2 Jahre. Das liegt an den vielen genannten Fressfeinden. Ohne diese könnten Hermeline ein Alter von über sieben Jahren erreichen. Vielleicht verbessern nun die Schneekanonen diese Statistik zugunsten der Hermeline. Zumindest in jenen Hermelin-Revieren, wo auch Schneekanonen stehen.<BR /><BR />Wenig Schnee bedeutet aber auch für andere Tiere in unseren Bergen Gefahr. Doch woran liegt es, dass milde Winter beispielsweise für das Alpenschneehuhn (oder auch für Birk- und Auerhühner) weitaus gefährlicher sind, als klirrende Kälte, Eis und viel Schnee? Das Alpenschneehuhn verschläft im Winter viel Zeit in seiner Schneehöhle. Gut isoliert und geschützt vor Wetter und Feinden. Nur zur Nahrungssuche kommt es heraus. Da es aber sein weißes Wintertarnkleid trägt, ist es nun auf schneelosen Böden wie die Hermeline besonders gut für seine Fressfeinde zu sehen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943522_image" /></div> <BR /><BR />Für die genannten Rauhfußhühner gilt zudem: ohne Schneehöhlen müssen die Minusgrade im Freien überstanden werden. Das zehrt an den Kräften. Dazu kommt noch ein weiteres, bizarres Problem. Die winterliche Nahrung von Schneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn besteht hauptsächlich aus Nadeln der heimischen Nadelbäume. Und um diese karge Kost besser verdauen zu können, schlucken das Alpenschneehuhn und seine Verwandten Steinchen. Dadurch sind sie in den Wintermonaten bis zu einem Drittel schwerer als im Sommer. Und da sie von Haus aus keine begnadeten Flieger sondern eher Flatterer sind, ist es mit dem Thema einer erfolgreichen Flucht vor Feinden schnell vorbei. Und zwar sehr oft final, wie es eben so ist für leichte Beute.<h3> Schnee ist wie eine Daunendecke</h3>Warme Winter setzen auch Haselmaus, Garten- und Siebenschläfer stark zu. Aufgrund der warmen Tage wachen sie öfter aus dem Winterschlaf auf. Dadurch wird dann viel der gespeicherten Energie verbraucht. Im weiteren Verlauf des Winters, wenn dann wieder klirrende Kälte einsetzt, fehlt diese, um ein Überleben bis ins Frühjahr zu garantieren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="943525_image" /></div> <BR /><BR /> Bei den Beständen von Murmeltieren bemerken Experten an manchen Orten bereits einen Rückgang der Population. Denn Murmeltiere sind auf Schnee ebenfalls angewiesen, wenn auch aus anderen Gründen. Denn – „Schutz bietet speziell lockerer Schnee, wie er bei Minusgraden fällt. Dann ist Luft eingeschlossen und das wirkt wie eine Daunendecke“, erklärt Wildtierbiologe Klaus Hackländer. Doch zuletzt gab es oft nur kurzlebigen Schnee – oder gar keinen. Und mangels Schnee fehlt die Isolationsschicht beim Winterschlaf im Bau. <BR /><BR />Zum Verhängnis wird all den genannten Tieren (und auch anderen) am Ende also, dass sie sich zu gut an kalte Winter angepasst haben.<BR />