60 Kühe, rund 300 Liter Frischmilch am Tag, eine funktionierende Sennerei und vor allem die Herstellung einer gut haltbaren Käsesorte – dies sind in wenigen Fakten die Ergebnisse der Bemühungen eines Hilfsprojektes im Hochland Äthiopiens, das vor 5 Jahren seinen Anfang nahm. <BR /><BR />Die treibende Kraft dahinter ist Stefan Haller, seines Zeichens erprobter Käsehersteller und Geschäftsführer der Sennereigenossenschaft Algund. Unter seiner Regie haben Südtirols Milchhöfe dieses wegweisende Projekt der Käserei mit dem Namen „Happy Cheese“ realisiert, am vergangenen Freitag wurde es im Rahmen des Vortragsabends „Schritte der Hoffnung“ im Algunder Thalguterhaus der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. <BR /><BR />„Mit den geschaffenen Infrastrukturen und dem vermittelten Know-how wurde eine Grundlage geschaffen, allerdings muss man diese kleine Realität auch weiterhin begleiten und unterstützen“, erklärt Haller. Dafür Sorge tragen wird der Verein Südtiroler Ärzte für die Welt, die in der katholischen Diözese Emdibir tätigen Hilfskräfte und natürlich Haller selbst. Derzeit bekommt er immerzu Whatsapp-Nachrichten auf sein Handy geschickt, denn die Zuständigen vor Ort wollen seine Einschätzung zum Fortschritt ihrer Tätigkeiten haben.<h3> Große Schritte nach vorne</h3>„Die Dorfgemeinschaft hat eine riesige Freude, dass es gelungen ist, diese Käserei mit derzeit 3 Mitarbeitern aufzubauen, jetzt geht es darum, den Wirtschaftskreislauf weiter zu stärken“, sagt Haller. Für europäische Verhältnisse handle es sich um eine bescheidene Struktur, für die lokale Bevölkerung jedoch um große Schritte innerhalb von 5 Jahren. Die Menschen der Gurage-Ethnie sind großteils Selbstversorger, sie leben in einfachen Grashütten südwestlich von der Hauptstadt Addis Abeba im gebirgigen Hochland. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="899909_image" /></div> <BR /><BR />Wie Haller während seiner vielen Aufenthalte vor Ort beobachten konnte, trägt die sogenannte Hilfe zur Selbsthilfe allemal ihre Früchte, jedoch dürfe man die Menschen nicht unter Druck setzen. Mit der nötigen Sensibilität und Begleitung könne die Käserei „Happy Cheese“, die auch als Hommage an die äthiopische Unternehmerin und Umweltschützerin Agitu Gudeta errichtet wurde, weiter wachsen. <BR /><BR />Hallers karitatives Engagement begann vor 5 Jahren, indem er für die besagte Gemeinschaft ein tragfähiges Konzept für die Errichtung einer Sennerei ausarbeitet. 2 bis 3 Mal jährlich, letzthin auch öfters, flog er nach Äthiopien, um die Entwicklung des Hilfsprojektes voranzutreiben.<h3> Unterstützung aus Algund</h3> „In der Endphase hatte ich auch im Krankenhaus von Attat reichlich zu tun, von der Errichtung von Wasserbrunnen bis hin zur Installation eines Notstromaggregates war alles mögliche dabei“, erzählt er und weist zugleich auf die Solidarität unter der Algunder Bevölkerung hin. <BR /><BR />So haben etwa der Fischereiverein von Algund und die örtliche Eine-Welt-Gruppe einen maßgeblichen Anteil für die Finanzierung der Solaranlagen in Äthiopien geleistet. Somit strahlt das Hilfsprojekt in Attat auch auf die gesamte Dorfgemeinschaft in Algund zurück.<BR />