Dienstag, 01. September 2015

Wien: 20.000 gegen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen

Knapp 20.000 Menschen haben am Montagabend gegen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen in Wien demonstriert. Die Schlusskundgebung fand vor dem Parlament statt. Um etwa 21.30 Uhr wurde die unter dem Motto „Mensch sein in Österreich“ stehende Kundgebung beendet.

"Mensch sein in Österreich - gegen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen": Dieses Motto hat in Wien 20.000 Menschen auf die Straßen gezogen.
"Mensch sein in Österreich - gegen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen": Dieses Motto hat in Wien 20.000 Menschen auf die Straßen gezogen. - Foto: © APA

Der Demonstrationszug hatte sich um 19.30 Uhr am Christian-Broda-Platz in Bewegung gesetzt, wo sich immer mehr Menschen versammelt hatten. Viele Teilnehmer trugen auf Anregung der Organisatorin weiße Kleidung.

„A Mensch möcht i bleiben“

Teilweise unter Applaus von Passanten gingen die Demonstranten über die Mariahilfer Straße Richtung Innenstadt, zu Songs wie „Es fangt genauso an“ von STS und „A Mensch möcht i bleiben“ von Wolfgang Ambros.

„Gemeinsam“ und mit „Liebe“ war das Motto der Demonstration. Damit könne man das Land verändern. Die laut Polizei knapp 20.000 Teilnehmer sammelten sich gegen 21 Uhr vor dem Parlament.

Vor dem Parlament wurden dann Transparente geschwenkt und zahlreiche Kerzen entzündet. Mit der Asylpolitik in Österreich sei man nicht zufrieden. „Seht wie viele wir sind, auch wir können viel bewegen “, sagte Organisatorin Nadia Rida.

Gedenken an die 71 toten Flüchtlinge im Burgenland

Bei der Kundgebung vor dem Parlament wurde auch der 71 toten Flüchtlinge aus dem Lkw an der A4 im Burgenland gedacht. Zum Lied „Gebt uns endlich Frieden“ von Georg Danzer entzündeten die Teilnehmer ein Lichtermeer.

Die Stimmung bei der Demo war außerordentlich friedlich, zahlreiche Familien nahmen mit Kindern teil. Die achtjährige Mina etwa hatte extra auf ihre Geburtstagsfeier verzichtet, sagte sie zur APA.

Polizisten trugen ihre Sicherheitshelme lediglich unter dem Arm. Insgesamt waren 450 Beamte im Einsatz, die Demonstration selbst begleiteten aber nur rund 100, die restlichen kümmerten sich etwa um Verkehrsmaßnahmen und Objektschutz.

„Es gab keinen einzigen polizeilich relevanten Vorfall“, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Kurz nach 22.00 Uhr wurde der Ring wieder für den Verkehr freigegeben.

apa

stol