Samstag, 07. Mai 2016

„Wir lassen uns nichts vorschreiben“: EU-Gegner demonstrieren in Polen

Mehr als 1000 Nationalisten und Anhänger rechtskatholischer Gruppen haben am Samstag mittag in Warschau einen Protest gegen Einmischung der EU in die polnische Politik begonnen.

Warschau (im Bild die Altstadt) ist am Samstag Schauplatz für EU-kritische Demonstrationen.
Warschau (im Bild die Altstadt) ist am Samstag Schauplatz für EU-kritische Demonstrationen. - Foto: © shutterstock

Für den Nachmittag waren in der Innenstadt zudem zwei Kundgebungen von EU-Anhängern geplant. Die inner- und außerparlamentarische Opposition demonstriert unter dem Motto „Wir sind und bleiben in Europa.“

Genau dies will der 24-jährige Warschauer Medizinstudent Kondrian nicht. „Am besten wäre es, wir verlassen die EU“, sagte er vor Beginn einer Messe in der St. Florian-Kathedrale am östlichen Weichselufer, wo sich die EU-Gegner versammelten.

"Sind nicht gegen Europa, aber..." 

Der 50-jährige Ingenieur Piotr Goszczynski hingegen versicherte: „Wir sind nicht gegen Europa, aber wir wollen uns nichts vorschreiben lassen.“ Das gelte für die Aufnahme von Flüchtlingen ebenso wie für die polnische Innenpolitik.

Gesetzesreformen der nationalkonservativen polnischen Regierung führen seit Monaten zu Kontroversen zwischen Warschau und Brüssel, da Polizeivollmachten erweitert und die Arbeit des Verfassungsgericht eingeschränkt wurden. Zudem bestimmt die Regierung über die Besetzung von Führungsposten in den öffentlich-rechtlichen Medien.

dpa

stol