„Vieles, was getan wird, sieht niemand und geschieht im Stillen“, sagt Maria Luise Folie Plagg. <BR /><BR /><BR /><BR />Die 67-Jährige aus Reschen war eine von 10 Südtirolerinnen und Südtirolern, denen am 10. Oktober in Meran die dritthöchste Ehrung des Landes Tirol zu teil wurde.<BR /><BR /><b>Wer hat Sie für diese hohe Auszeichnung vorgeschlagen?</b><BR />Maria Luise Folie Plagg: Es war der Katholische Familienverband auf Bezirksebene. Ich habe seit der Gründung der Zweigstelle Reschen/Graun im Jahr 1987 30 Jahre lang im Ausschuss mitgearbeitet. Das war aber nicht alles. Ich war im Katholischen Verein der Werktätigen aktiv und auch sonst noch ehrenamtlich tätig, wie beispielsweise im Bildungsausschuss der Gemeinde Graun. Ein Leben ohne Ehrenamt kann ich mir nicht vorstellen. Ich helfe, wo ich helfen kann.<BR /><BR /><b>Das heißt, dass Sie auch weiterhin ehrenamtlich tätig sind?</b><BR />Folie Plagg: Ja. Seit einigen Jahren arbeite ich bei der Interessensgruppe der Verwitweten und Alleinstehenden des KVW auf Bezirksebene mit und organisiere das Essen auf Rädern in Reschen. <BR /><BR /><b>„D“: Sie haben nun bei Ihrem ehrenamtlichen Einsatz zurückgesteckt. Wie steht es um die Verbindung zu den Menschen, mit denen Sie jahrzehntelang zusammengearbeitet haben?</b><BR />Folie Plagg: Vor allem mit dem Familienverband bin ich heute noch in Verbindung. Ich werde oft auch gefragt, ob ich mithelfe, im Dorf und auch außerhalb. <BR /><BR /><b>Um so viel Zeit ins Ehrenamt zu investieren, war sicher oft Organisationstalent gefragt.</b><BR />Folie Plagg: Heute muss ich nicht mehr so viel organisieren. Als ich noch als Briefträgerin berufstätig war und meine Kinder klein waren, musste ich organisieren, um auch noch Zeit für das Ehrenamt zu haben. Ich konnte aber immer auf die Unterstützung meiner Familie zählen. Auch mein Mann hat mich immer unterstützt. Er war bei mehreren Vereinen und hat auch überall geholfen, wo es nötig war.<BR /><BR /><b>Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Einstellung zum Ehrenamt verändert.</b><BR />Folie Plagg: Es ist schwieriger geworden. Es sind immer dieselben, die sich einbringen. Neue zu gewinnen, ist kaum möglich. Offensichtlich ist man heute nicht mehr bereit, sich zu verpflichten und auch zu verzichten, denn man muss oft zurückstecken, wenn man ein Ehrenamt übernimmt. <BR /><BR /><b>Was bedeutet Ihnen die das Verdienstkreuz?</b><BR />Folie Plagg: In erster Linie ist es eine öffentliche Anerkennung für die jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit. Vieles, was getan wird, sieht niemand und geschieht im Stillen. Eines möchte ich aber auch betonen: Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre es nicht möglich gewesen. Darum ist das Verdienstkreuz auch eine Auszeichnung für sie.<BR /><BR /><b>Gibt es einen Ehrenplatz für das Verdienstkreuz?</b><BR />Folie Plagg: Ja, ich verwahre es gut. Nicht nur das Verdienstkreuz und die Urkunde, auch die Berichte der „Dolomiten“ und die offizielle Einladung. Sie ist per Post erst einen Tag vor der Feier in Meran gekommen. Glücklicherweise wurde ich schon vorher telefonisch verständigt. Sonst wäre ich möglicherweise bei der Feier im Meraner Kurhaus gar nicht dabei gewesen.