Dienstag, 14. April 2015

Wo sind sie? 200 Schülerinnen vor einem Jahr verschleppt

Nigeria hat am Dienstag der mehr als 200 Schülerinnen gedacht, die vor einem Jahr von der Islamistengruppe Boko Haram entführt worden waren. Seit 2014 entführte Boko Haram insgesamt 2000 Mädchen und Frauen.

Seit 2014 entführte Boko Haram 2000 Mädchen und Frauen.
Seit 2014 entführte Boko Haram 2000 Mädchen und Frauen. - Foto: © APA/AP

In der Hauptstadt Abuja wurde eine Mahnwache abgehalten, zahlreiche weitere Veranstaltungen zur Erinnerung an die entführten Mädchen waren geplant.

Die Kampagne #BringBackOurGirls (Bringt unsere Mädchen zurück) wollte auch in anderen Ländern an das Schicksal der Mädchen erinnern. Das New Yorker Empire State Building sollte am Dienstag rot und lila angestrahlt werden, um die Gewalt gegen Frauen anzuprangern.

Zum Islam konvertiert und verheiratet worden

Boko Haram hatte vor einem Jahr aus einem Internat der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias 276 Mädchen verschleppt. Dutzende von ihnen konnten später fliehen, doch blieben 219 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden.

Eltern und Aktivisten werfen den nigerianischen Behörden vor, zu wenig für die Freilassung der Mädchen zu tun. Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt gegen die Behörden und tötete bereits mehr als 13.000 Menschen.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden die Mädchen in verschiedenen Boko-Haram-Camps festgehalten. Sie seien nach Nigeria, Kamerun und in den Tschad verschleppt worden, heißt es unter Berufung auf ranghohe Armeevertreter in einem am Dienstag veröffentlichten Amnesty-Bericht zu Menschenrechtsverletzungen durch Boko Haram.

Mindestens 2000 Mädchen und Frauen entführt

Seit Anfang 2014 habe Boko Haram schätzungsweise mindestens 2000 Mädchen und Frauen entführt, heißt es in dem Bericht weiter. Viele von ihnen seien als Sexsklavinnen missbraucht und dazu gezwungen worden, sich an den Angriffen von Boko Haram zu beteiligen.

dpa

stol