<BR />Es war Pfarrer Philipp Peintner, damals junger Seelsorger in der Pfarrei Nieder-Mitterolang, der ein feines Gespür für junge Sangestalente hatte: „Er hat 1975 ein paar Mädchen für eine Singgruppe gesucht, die Gottesdienste musikalisch umrahmen sollte“, erzählt Obfrau Margot Rieder. Im Nu hatte er einige 14- bis 18-Jährige beisammen – manche sangen bereits im Pfarrchor, andere kannte er aus der Schule. „Die ersten Proben hat der Herr Philipp selbst geleitet“, weiß Rieder. „Da merkten wir schon, dass das funktionieren könnte.“ <h3> Sie harmonieren in jeder Hinsicht</h3>Als ein paar Monate später mit Ottilia Auer eine Gitarristin zur Gruppe stieß, gingen die Mädchen ihren Weg ohne den Pfarrer weiter – die Mädchensinggruppe wurde gewissermaßen „selbständig“. Gertrud Aichner, Helga Mairhofer, Elisabeth Oberparleiter, Margot Rieder, Irmgard Auer, Inge Rieder, Margith Schnarf, Dorothea Kugler und Ottilia Auer suchten sich fortan selbst ihre Lieder aus, studierten sie ein und sangen bei Gottesdiensten, Hochzeiten, bunten Abenden, Ausstellungen, Gartenfesten oder Versammlungen. Zwischen den Mädchen passte mehr als nur der Ton – sie harmonierten in jeder Hinsicht.<h3> Sieg bei Talentewettbewerb</h3>Vier Jahre später, 1979, wagten sie den Sprung auf die große Bühne: Sie nahmen an einem Talentewettbewerb in Sand in Taufers teil – und gewannen, gemeinsam mit einer Gruppe aus Osttirol. Da hatten die jungen Sängerinnen längst nicht mehr nur Lieder für die Kirche in ihrem Programm. „Wir haben zunächst auch volkstümliche Lieder gesungen und uns später dem echten Volkslied verschrieben“, erzählt die Obfrau. Den Sieg beim Wettbewerb verdankten sie wohl dem Lied „Von meinem Bergen“. „Da merkten wir, wie der Funke auf das Publikum übersprang“, erinnert sich Rieder. Bis heute gehört das Stück zu ihrem Repertoire – ebenso wie „Olang, mein Dorf in den Bergen“, das Gruppenmitglied Margith Schnarf komponiert hat. <h3> „Glockenreine Stimmen“</h3>Der Preis für die Sieger war eine Tonaufnahme – auf Kassette und Langspielplatte. Die Mädchensinggruppe war praktisch über Nacht weitum bekannt. Die Olangerinnen wurden für ihre „glockenreinen Stimmen“ und den „wunderbaren Gesang“ gelobt, standen mit Vico Torriani und Rudi Gamper auf der Bühne und sangen bei Advent-, Brunnen- und Kranzlsingen sowie bei der Eröffnung der Rodel-EM in Olang. Ihre Auftritte führten sie bis nach München und Venedig. „Wir waren damals wirklich viel unterwegs, es gab Samstage, an denen wir auf drei Hochzeiten sangen“, blickt die Obfrau zurück. „Für uns war es die perfekte Freizeitgestaltung.“ Viel Unterstützung erfuhren die jungen Frauen damals von ihren Freunden und Partnern, den heutigen Ehemännern. „Sie haben uns nie im Stich gelassen und waren immer zur Stelle, wenn wir um den Taxidienst gebeten haben“, sagt die Obfrau. Vor allem anfangs hatten die „Gitschn“, wie sie mitunter heute noch genannt werden, nämlich keinen Führerschein. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1230264_image" /></div> <BR /><BR />Mit der „Gage“ finanzierte sich die Gruppe so manchen Ausflug. Denn die Sängerinnen haben sich nicht nur musikalisch gefunden, sondern sind auch zu Freundinnen geworden. „Das hat von Anfang an gut gepasst mit uns“, sagt Rieder. Vielleicht auch deshalb ist die Singgruppe in den 50 Jahren fast in ihrer Ursprungsbesetzung geblieben. „Drei von uns sind aus beruflichen und privaten Gründen mit der Zeit ausgeschieden, aber die verbliebenen Sechs sind seit Anfang an dabei.“ Das hat durchaus Seltenheitswert. <BR />Dankbar blicken sie heute auf 50 Jahre zurück: „Wir hatten sehr viele Höhen und nur wenige Tiefen oder Krisen“, sagt Rieder. Bewährt hat sich auch, dass es mit ihr zwar eine Obfrau, aber sonst keine Leiterin der Gruppe gab. „Wir ergänzen uns gut, jede bringt sich gleichermaßen ein, wobei Elisabeth und Gertrud eine musikalische Ausbildung haben, was uns beim Einstudieren der Lieder zugute kommt“, sagt sie.<BR />Auch wenn die Auftritte mittlerweile seltener geworden sind, die Harmonie passt immer noch. „Wir müssen vorher nicht groß proben, wir verstehen uns einfach, wissen genau, wann die andere Luft holt“, lacht Rieder. Ans Aufhören denken die sechs Frauen jedenfalls nicht. „Wir wünschen uns, dass wir noch einige Jahre gemeinsam singen können.“ Und wer sie hört, der weiß: Singen hält jung.