Freitag, 03. März 2017

Wohnung von Präsidentschaftskandidat Fillon durchsucht

Der Druck wird immer größer: Der französische Konservative François Fillon will durchhalten und trotz der Affäre um die Beschäftigung seiner Frau bei der Präsidentenwahl antreten. Doch auch im eigenen Lager verliert er an Rückhalt.

Francois und Penelope Fillon
Francois und Penelope Fillon - Foto: © APA/AFP

Ermittler haben die Pariser Wohnung des französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon durchsucht. Der Konservative steht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten unter Druck.

Ermittler hätten sich bereits am Donnerstagvormittag zum Pariser Wohnsitz des Paars begeben, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf „übereinstimmende Quellen“. Die Aktion wurde der französischen Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des Kandidaten bestätigt.

Fillon verliert derweil auch im eigenen Lager an Zustimmung. Eine Reihe von Politikern seiner Republikaner-Partei gingen auf Distanz und forderten ihn zum Rückzug auf. Bei einem Auftritt in Nîmes präsentierte Fillon sich jedoch als „Kämpfer“: „Was einen nicht umbringt, macht einen stärker“, rief er seinen Anhängern zu.

Nach Informationen der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ beschlagnahmten die Polizisten bei der Durchsuchung mehrere Dokumente. Die Nationale Finanz-Staatsanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage nicht und verwies auf das Ermittlungsgeheimnis.

Fillon hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass er für den 15. März von den Ermittlungsrichtern vorgeladen ist. Dabei droht ihm die Eröffnung eines Verfahrens. Die Justiz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Gelder. Penelope Fillon war jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin ihres Mannes angestellt. Fillon weist den Vorwurf einer Scheinbeschäftigung zurück und hatte die Ermittlungsbehörden mehrfach schwer kritisiert, er sprach von einer „politischen Ermordung“.

dpa

stol