<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Vielleicht kennen Sie das: Eigentlich war es nichts anderes als eine nebenbei geäußerte Bemerkung Ihres Gegenübers und doch hängt sie Ihnen tagelang nach. <BR /><BR />Immer wieder erinnern Sie sich daran und grübeln, wie sie wohl gemeint war. Selbst eine ehrliche Entschuldigung kann den entstandenen Schaden nicht wieder beheben. Zeit vergeht, die Wogen glätten sich, doch der bittere Nachgeschmack bleibt. <BR /><BR />Oder Sie wandeln das Ganze ins Positive: Jemand macht Ihnen völlig unerwartet ein Kompliment. Sie spüren, dass es von Herzen kommt – und dort speichern Sie es auch ab. Vielleicht denken Sie noch Jahre später an diesen einen Satz, der Sie im richtigen Moment getroffen und irgendetwas in Ihnen verändert hat. <BR /><BR />Im Alltag unterschätzen wir häufig, welch große Kraft Worte in sich tragen. Wir reihen sie aneinander, um zu sprechen, zu erklären, zu kommentieren oder zu bewerten. Manche Aussagen gleiten uns dabei fast schon beiläufig über die Lippen, ohne dass wir ihnen besondere Bedeutung beimessen. Und doch hinterlassen sie Spuren. <BR /><BR />Denn was für uns selbst als Sender nach wenigen Sekunden verpufft scheint, gräbt sich beim Empfänger mitunter tief ins Unterbewusstsein hinein. Grund dafür ist die Tatsache, dass Worte in unserem Gehirn nicht als bloße Informationen, sondern als Bilder abgespeichert werden, die sich vielfach mit einer Emotion verknüpfen. <BR /><BR />Diese wiederum bleibt in unserem Gedächtnis, in unserem Körper und in unserem System und hält auch das damit zusammenhängende sprachliche Konstrukt entsprechend präsent. <h3> Die Wirkung zählt</h3>Verbale Kommunikation ist also weit mehr als der bloße Austausch von Wissen oder Nachrichten. Mit Sprache schaffen wir Beziehungen, stärken Vertrauen oder säen Zweifel. Wir können Menschen ermutigen, ihnen Sicherheit geben und ihnen helfen, über sich hinauszuwachsen.<BR /><BR /> Genauso können wir sie aber auch demoralisieren, verwirren oder aus der Fassung bringen. Und das, obwohl wir es oftmals gar nicht einmal beabsichtigen. Natürlich bedeutet dies nicht, dass Sie ab sofort jedes Wort auf die Goldwaage legen oder ständig Angst haben sollten, etwas Falsches zu sagen.<BR /><BR /> Schließlich lebt Kommunikation von Spontaneität und Echtheit. Trotzdem lohnt es sich jedoch, dann und wann innezuhalten und sich eine einfache Frage zu stellen: Welche Wirkung möchte ich mit meinen Worten eigentlich erzielen?<BR /><BR />Ein kleiner Perspektivwechsel kann dabei Wunder wirken. Bevor Sie Kritik äußern, fragen Sie sich, ob sie Ihrem Gegenüber wirklich weiterhilft. Bevor Sie vorschnell urteilen, überlegen Sie, ob Ihnen alle Informationen vorliegen. <BR /><BR />Und bevor Sie ein ehrliches Lob zurückhalten, weil es Ihnen selbstverständlich erscheint, entscheiden Sie sich doch dafür, es auszusprechen. Oft sind es genau diese wenigen Worte, die für einen anderen Menschen die Welt bedeuten. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.