Mittwoch, 11. Januar 2017

Zahl der Asylsuchende in Deutschland 2016 drastisch gesunken

Im vergangenen Jahr kamen rund 280.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Das hat das Innenministerium in Berlin unter Berufung auf vorläufige Berechnungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Mittwoch mitgeteilt. Im Jahr 2015 waren noch rund 890.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen.

Zahl der Asylsuchende in Deutschland 2016 drastisch gesunken
Zahl der Asylsuchende in Deutschland 2016 drastisch gesunken - Foto: © APA

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière sprach von einer deutlichen Reduzierung der Zahl. „Das ist deutlich weniger als ein Drittel der Vorjahreszahlen“, sagte de Maizière  am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf die Berechnungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

de Maizière: "Maßnahmen greifen"

Den starken Rückgang der Zahlen im vergangenen Jahr führte De Maiziere auf die Schließung der sogenannten Balkanroute sowie auf den Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei zurück. „Das zeigt, dass die Maßnahmen, die die Bundesregierung und die Europäische Union ergriffen haben, greifen,“ erklärte er.

„Es ist gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen, zu steuern“, so de Maiziere. Dadurch seien die zunächst noch sehr hohen Zugangszahlen in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 gesunken. Ohne die Spitze zu Jahresbeginn hätte die Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge dem Minister zufolge im vergangenen Jahr bei 200.000 gelegen.

2016: 745.545 Asylanträge

Die Zahl der Asylanträge sei aber gestiegen, sagte der Parteikollege der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Nach Angaben des Ministeriums wurden im Jahr 2016 insgesamt 745.545 Asylanträge gestellt. Das sind 268.869 mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil der Antragsteller war bereits 2015 eingereist. Viele von ihnen konnten aber wegen der Überlastung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht sofort einen Antrag stellen. „Der Berg unerledigter Anträge wird abgetragen“, sagte de Maizière nun.

Meisten kommen aus Syrien

Die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden stellen derzeit die Syrer, in deren Heimatland ein gnadenloser Krieg tobt. Dessen Ende ist noch nicht absehbar. Zu den Hauptherkunftsländern zählten 2016 auch Afghanistan, der Irak, Albanien und Eritrea. Die deutsche Regierung war zunächst von 1,1 Millionen Schutzsuchenden für 2015 ausgegangen. Doch unter anderem wegen Mehrfachmeldungen korrigierte sie die Zahl dann nach unten.

apa/afp/dpa

stol