<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Bereits ab einer Außentemperatur zwischen sieben und zehn Grad werden Zecken aktiv. Sie lauern in hohem Gras, dichtem Unterholz, in Laubwäldern, an Bachufern und verwilderten Wegrändern. An Hunden und Katzen saugen sie sich meist an den Achseln, an den Ohren, am Hals, zwischen den Zehen und in der Leistenregion fest.<BR /><BR /> Zecken können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Babesiose übertragen. Je länger die Tiere an ihrem Wirt bleiben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass lebensgefährliche Erreger übertragen werden.<BR /><BR />Damit das nicht passiert, sollte man vor allem im Frühjahr Zeckengebiete meiden. Da das nicht immer möglich ist, sollten Hunde am besten nach jedem Spaziergang nach Zecken abgesucht werden. <BR /><BR />Katzen erkranken laut dem ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e. V. seltener an durch Zecken übertragenen Krankheitserregern. Dennoch ist es auch bei Freigängerkatzen besser, sie abends nach den Plagegeistern abzusuchen.<BR /><BR />Man streicht über das Fell, nimmt eventuell eine Bürste zur Hilfe und untersucht die am häufigsten betroffenen Stellen. Entdeckt man eine Zecke, die sich bereits festgesaugt hat, entfernt man sie am besten mit einem speziellen Zeckenhebel:<BR /><BR />-Man schiebt den Haken unter die Zecke. Die Haut ist dabei leicht gespannt. <BR /><BR />-Man drückt den Haken nieder und schiebt ihn weiter vor. <BR /><BR />-Die Zecke wird über die Drehachse gekippt und langsam ausgehebelt. <BR /><BR />Vorteil gegenüber der Zeckenzange: Durch den Hebel vermeidet man ein Quetschen der Zecke. Finger weg von Hausmitteln wie Öl oder Alkohol, um die Zecke zu entfernen. Sie würden dafür sorgen, dass die Zecke verstärkt speichelt und noch effektiver mögliche Krankheiten überträgt.<BR /><BR /><b>Achtung:</b> Beim Entfernen der Zecke nicht reißen! Sie sollte stets langsam und gerade herausgezogen werden. Ansonsten kann der Kopf der Zecke abbrechen. Passiert dies, muss man die Stelle in den nächsten Tagen im Auge behalten. Sobald sie sich entzündet: ab zum Tierarzt! Dasselbe gilt, wenn sich eine kreisrunde Rötung rund um die Bissstelle bildet oder sich der Gesundheitszustand von Hund oder Katze ändert. <BR /><BR />Aufgrund der immer milder werdenden Winter sind Zecken je nach Wohnort mittlerweile in allen Jahreszeiten aktiv. Aus diesem Grund empfehlen Experten eine ganzjährige Prophylaxe.<h3> Zeckenabwehr</h3>Am häufigsten werden Spot-on-Produkte gegen Zecken eingesetzt. Mit einer Pipette wird das Anti-Zecken-Mittel je nach Größe des Tieres an einer oder mehreren Stellen auf der Haut zwischen Schultern und Schwanzansatz aufgebracht. Je nach Wirkstoff verteilt es sich über die Haut oder wirkt systemisch über die Blutbahn. Es gibt auch Tabletten und spezielle Halsbänder gegen Zecken. <BR /><BR />Alle Produkte sollten nie ohne Absprache mit dem Tierarzt verwendet werden, denn nicht alle Präparate sind für alle Tiere geeignet. Collies oder Australian Shepherds reagieren beispielsweise empfindlicher auf bestimmte Wirkstoffe. Hunde mit Epilepsie sollten keine Tabletten gegen Zecken bekommen, weil sie Krampfanfälle auslösen oder verschlimmern können. Und vor allem bei Katzen drohen aufgrund bestimmter Wirkstoffe schwere Nebenwirkungen.<h3>Zur Vorbeugung</h3>Hausmittel helfen nicht bei allen Tieren gleich gut, aber: Sie schaden nicht und sind es daher wert, sie auszuprobieren. Bei Katzen und Hunden kann Kokosöl im Fell verteilt werden, denn diesen Geruch mögen Zecken nicht. Eine Laborstudie der FU Berlin zeigte bereits im Jahr 2017, dass schon eine zehnprozentige Laurinsäurelösung eine abschreckende Wirkung auf Zecken hat. Sie hielt demnach zwischen 81 und 100 Prozent der Zecken davon ab, sich festzusetzen. <BR /><BR /><b>Zur Info:</b> Extra natives Kokosöl enthält um die 50 Prozent Laurinsäure. Zudem hilft Kokosöl auch gegen Flöhe und Milben. Es sollte täglich an dünnen Hautstellen wie unter den Achseln aufgetragen werden. Beim Hund kann auch Teebaumöl gegen Zecken (und Milben) helfen. Dazu werden ein paar Tropfen Teebaumöl mit Wasser verdünnt (Verhältnis 1:100) und ins Fell gesprüht. Aber Achtung: Für Katzen ist Teebaumöl giftig! Die Wirkung anderer Hilfsmittel wie Bernsteinketten oder Halsbänder mit EM-Keramik ist wissenschaftlich nicht belegt.