Samstag, 27. Juni 2015

Zehntausende beteiligen sich an Gay Pride-Parade in Mailand

Nachdem das Supreme Court in den USA am Freitag beschlossen hat, dass Schwule und Lesben künftig überall im Land legal heiraten dürfen, sind am Samstag in Mailand zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um auch in Italien die Legalisierung von Lebenspartnerschaften zu verlangen.

Zehntausende beteiligten sich an einer Gay Parade in Mailand, um auch in Italien Gleichberechtigung für Homosexuelle zu fordern.
Zehntausende beteiligten sich an einer Gay Parade in Mailand, um auch in Italien Gleichberechtigung für Homosexuelle zu fordern. - Foto: © LaPresse

Rund 50.000 Personen, angeführt von Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia, beteiligten sich an der Gay Pride-Parade und defilierten von der zentralen Piazza Duca d„Aosta aus durch die Innenstadt. “Rechte ernähren den Planeten„, lautete der Slogan der Veranstaltung in Anspielung auf das Thema der zurzeit laufenden Expo “Den Planeten ernähren, Energie fürs Leben„. Die Demonstranten feierten das Urteil der Supreme Court in den USA.

Rechtsparteien kritisierten die Gay Pride-Parade in Mailand im Vorfeld. Nach dem Sieg des “Ja„ beim Referendum zu Homo-Eheschließungen in Irland im Mai wächst im katholischen Italien die Debatte über Pläne der Regierung zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften. Ein dementsprechendes Gesetz soll demnächst im Parlament verabschiedet werden. Dagegen wehren sich jedoch konservative Parteien und katholische Organisationen heftig.

In der Justizkommission des Senats liegt ein von Premier Matteo Renzis Partito Democrativo (PD) vorgelegter Gesetzentwurf vor, der homosexuellen Paaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, die Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt. Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden.

Die Frage der Institutionalisierung der Lebenspartnerschaften ist seit Jahren in Italien ein umstrittenes Thema. Ein Versuch der Regierung von Romano Prodi, 2007 die Lebensgemeinschaften zu regeln, hatte zu einer dramatischen Kraftprobe zwischen verschiedenen katholischen Strömungen in der Koalition geführt. Prodi hatte daraufhin auf sein Projekt verzichtet. Jetzt versucht es Renzi erneut.

apa

stol