Dienstag, 19. Dezember 2017

Zivilisten bei Raketen-Beschuss in Ostukraine verletzt

Bei einem schweren Verstoß gegen die Waffenruhe in der Ostukraine mit Raketenwerfern sind mindestens acht Zivilisten verletzt worden. Knapp 50 Wohnhäuser seien in der von Regierungstruppen kontrollierten Siedlung Nowoluhanske im Donezker Gebiet beschädigt worden, teilte das Militär in der Nacht zum Dienstag mit.

Osten der Ukraine bleibt unruhig Foto: APA (AFP)
Osten der Ukraine bleibt unruhig Foto: APA (AFP)

Die prorussischen Separatisten hätten aus wenigen Kilometern Entfernung mehr als 40 Raketen abgeschossen. Getroffen wurden demnach unter anderem auch ein Kindergarten und eine Schule. Auch in Nachbarorten gab es Beschuss mit Artillerie und Minenwerfern.

Die Aufständischen warfen ihrerseits den Regierungseinheiten Angriffe vor. In Horliwka sei eine Frau bei Granatbeschuss verletzt worden. Zehn Gebäude, darunter eine Klinik, seien zudem in einem weiteren Ort beschädigt worden, teilten die Separatisten mit. Der Einsatz schwerer Waffen wie Grad-Mehrfachraketenwerfer ist nach dem Minsker Friedensplan für den Donbass eigentlich verboten.

Das Militär in Kiew verbindet die Eskalation mit dem Abzug russischer Offiziere aus einem gemeinsamen Kontrollzentrum von ukrainischen und russischen Militärs. Das Zentrum wurde 2014 eingerichtet. Es sollte die Einhaltung der Waffenruhe und den Abzug schweren Kriegsgeräts von der Frontlinie kontrollieren.

Der Kreml-Beauftragte im Ukraine-Konflikt, Boris Gryslow, erklärte Moskaus Entscheidung als Reaktion auf Probleme mit der Führung in Kiew. Die Ukraine habe durch Vorschriften unannehmbare Bedingungen für die Arbeit der russischen Offiziere geschaffen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Aus Kiew gab es Kritik am Abzug der Russen.

apa/dpa

stol